Grundwissen für die Jagdprüfung

Jagdhunde nach ihrer Arbeit

Entscheidend ist nicht nur die Rasse, sondern die Aufgabe im Jagdbetrieb. Die sechs Einsatzgruppen unterscheiden sich vor allem darin, wie sie Wild suchen, anzeigen, verfolgen oder nach dem Schuss finden und bringen.

Deutsch Drahthaar als Beispiel für die Gruppe der Vorstehhunde
Beispielrasse · Foto: Томасина · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Vorstehhunde

Suchen im Feld und zeigen festliegendes Wild durch Vorstehen an. Moderne Vorstehhunde werden vielseitig für Arbeiten vor und nach dem Schuss geführt.

  • weite oder führerbezogene Feldsuche
  • Vorstehen
  • vielseitige Feld-, Wasser- und Waldarbeit

Typische Rassen: Deutsch Drahthaar, Deutsch Kurzhaar, Deutsch Langhaar, Weimaraner, Großer und Kleiner Münsterländer, Deutsch Stichelhaar, Griffon, Pudelpointer, Setter, Pointer, Magyar Vizsla sowie französische Spaniels

Bayerischer Gebirgsschweißhund als Beispiel für die Gruppe der Schweißhunde
Beispielrasse · Foto: Pleple2000 · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Schweißhunde

Spezialisten für die konzentrierte Nachsuche auf der Wundfährte. Sie arbeiten am langen Riemen und verfolgen eine Fährte auch nach langer Stehzeit.

  • Fährtensicherheit
  • Fährtenwille und Konzentration
  • Hetzfreude bei erforderlicher Hatz

Typische Rassen: Bayerischer Gebirgsschweißhund, Hannoverscher Schweißhund und Alpenländische Dachsbracke

Labrador Retriever als Beispiel für die Gruppe der Apportierhunde
Beispielrasse · Foto: Dktue · CC0 1.0 · Wikimedia Commons

Apportierhunde

Retriever suchen erlegtes oder krankes Niederwild und bringen es zuverlässig zum Führer. Ihre Wasserfreude macht sie besonders für die Arbeit an Gewässern geeignet.

  • sicheres Finden und Bringen
  • Wasserfreude
  • enge Zusammenarbeit mit dem Führer

Typische Rassen: Retriever, darunter Labrador Retriever, Golden Retriever und weitere Retrieverschläge

Dackel als Beispiel für die Gruppe der Erdhunde
Beispielrasse · Foto: Toschka · Public Domain · Wikimedia Commons

Erdhunde

Erdhunde folgen Fuchs oder Dachs in den Bau und sollen das Raubwild zum Verlassen des Baues bewegen. Viele werden außerdem zum Stöbern und für Schweißarbeit eingesetzt.

  • Arbeit unter der Erde
  • Mut und Selbstständigkeit
  • zusätzliche Eignung für Stöber- und Schweißarbeit

Typische Rassen: Kurz-, Rau- und Langhaarteckel, Deutscher Jagdterrier, Foxterrier, Welsh Terrier und Parson Russell Terrier

Brandlbracke als Beispiel für die Gruppe der Laufhunde
Beispielrasse · Foto: Canarian · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Laufhunde und Bracken

Beim Brackieren verfolgt der Hund die Spur des Hasen selbstständig und lautgebend. In großen Waldgebieten kann der Hase dabei in weitem Bogen in die Nähe des Ausgangspunkts zurückkehren.

  • Spurwille und Spursicherheit
  • lautes Jagen auf der Spur
  • Eignung vieler Bracken für Schweißarbeit

Typische Rassen: Brandlbracke, Steirische Hochgebirgsbracke, Tiroler Bracke, Alpenländische Dachsbracke, Deutsche und Schweizer Bracken sowie Beagle und Basset

Deutscher Wachtelhund als Beispiel für die Gruppe der Stöberhunde
Beispielrasse · Foto: Steffen Heinz (Caronna) · CC BY-SA 2.5 · Wikimedia Commons

Stöberhunde

Stöberhunde suchen selbstständig in Wald, Dickicht, Schilf und Wasser. Sie sollen Wild finden und in Bewegung bringen, ohne es durch stummes Hetzen unkontrolliert zu verfolgen.

  • spurlautes Jagen
  • Spursicherheit und Wasserfreude
  • zuverlässiges Verlorenbringen und brauchbare Schweißarbeit

Typische Rassen: Deutscher Wachtelhund sowie Cocker Spaniel, English Springer Spaniel und Welsh Springer Spaniel

Die Gruppenzuordnung beschreibt den typischen jagdlichen Einsatz. Welche Brauchbarkeit, Prüfung oder Zulassung verlangt wird, richtet sich nach dem jeweils geltenden Landesrecht.

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