Welche Fledermausarten verunglücken an einer Straße durch eine Mosaiklandschaft, und hängt das Risiko von der Flughöhe ab?
Die Studie in Kürze
61 überfahrene Fledermäuse aus sieben Arten auf 16,6 km Straße im Kampinos-Nationalpark - und die Annahme, tief fliegende Arten seien stärker betroffen, bestätigte sich nicht.
- Methodik & Datenbasis
- Ganzjährige Untersuchung auf einem 16,6 km langen Straßenabschnitt durch den Kampinos-Nationalpark bei Warschau (Zentralpolen). Die Funde wurden nach Art bestimmt und die Fundhäufigkeit den angrenzenden Lebensraumtypen zugeordnet; zum Vergleich diente die Fanghäufigkeit in Netzen an Waldwegen.
- Befunde
- Gefunden wurden 61 überfahrene Fledermäuse aus sieben Arten, am häufigsten Großer Abendsegler, Braunes Langohr und Mopsfledermaus. Die Funde verteilten sich von Mitte April bis Ende Oktober mit Spitzen im Juli/August und im Oktober. Die Dichte der Verluste unterschied sich nur leicht zwischen den angrenzenden Lebensräumen - niedriger als erwartet lag sie allein bei Windschutzstreifen und Gebüsch. Die Vorhersage, dass tief fliegende Arten häufiger verunglücken, bestätigte sich nicht: Der häufigste Fund, der Große Abendsegler, fliegt gewöhnlich über 10 m hoch. Abendsegler, Fransenfledermaus und Rauhautfledermaus verunglückten häufiger, die Breitflügelfledermaus seltener, als es ihre Fanghäufigkeit erwarten ließ.
- Einordnung für die Praxis
- Für die Bewertung von Straßenwirkungen im Revier: Fledermausverluste lassen sich nicht über die Flughöhe vorhersagen, und die angrenzende Vegetation erklärt sie nur schwach. Die Fundspitzen im Spätsommer und im Oktober fallen mit Jungtieraktivität und Zugbewegungen zusammen - das sind die Zeiten, in denen Straßenabschnitte in Waldgebieten die höchsten Verluste verursachen.
- Grenzen der Studie
- Ein Straßenabschnitt, 61 Funde - eine kleine Stichprobe für artspezifische Aussagen. Kadaversuchen unterschätzen kleine Arten systematisch, weil diese schneller verschwinden.
Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR, kein Originaltext der Autorinnen und Autoren.
Grundlage ist
der Volltext der Arbeit.