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Wissenschaft & Fischereibiologie

28 begutachtete Originalstudien und Synthesen aus internationalen Fachjournalen (u. a. Reviews in Fish Biology and Fisheries, Fish and Fisheries, Fisheries Research). Systematisch erfasst, mit persistenten Digital Object Identifiers (DOI) verknüpft und mit unabhängiger deutschsprachiger Einordnung für Praxis, Fischereiwesen und Gewässerschutz.

28 Begutachtete Studien
100% Open Access
22 Fachdisziplinen
14 Fischarten verknüpft

Themenschwerpunkte & Dossiers

Studienverzeichnis

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Reviews in Fish Biology and Fisheries 2026 Open Access

Climate change impacts on fish-related ecosystem services: synthesis, network analysis, and strategic pathways for coordinated adaptation

Afrifa-Yamoah et al.

Die Übersicht zeigt, wie der Klimawandel fischbezogene Ökosystemleistungen in Meer und Süßwasser schwächt, und ordnet sieben Anpassungsstrategien in einer qualitativen Netzwerkanalyse. Frühwarnsysteme und digitale Technik gelten als vorrangig, internationale Governance als Hauptengpass.

Reviews in Fish Biology and Fisheries 2026 Open Access

Fish volitional and non-volitional swimming performance for fishway design: an evidence-based review

Jeremy et al.

Die systematische Übersicht wertet 167 Veröffentlichungen zur Schwimmleistung von Fischen für die Planung von Fischaufstiegsanlagen aus. Erzwungene Versuche wie im Schwimmtunnel wurden häufiger eingesetzt (84 %) als freiwillige, lieferten aber vorsichtigere Schätzwerte.

Betroffene Arten:
Reviews in Fish Biology and Fisheries 2026 Open Access

Forecasting size-at-maturity shifts under global warming: a case study on European hake, a widely distributed species

Nachón et al.

Die Modellstudie am Europäischen Seehecht (Merluccius merluccius) findet einen durchgängig negativen Zusammenhang zwischen Wassertemperatur und der Größe bei Eintritt der Geschlechtsreife. Unter den Klimaszenarien RCP 4.5 und RCP 8.5 könnte diese Größe bis 2100 um 4 bis 9 cm sinken.

Reviews in Fish Biology and Fisheries 2026 Open Access

Navigating uncertainty and competing objectives: Spring chinook salmon recovery in the upper Willamette river

Couch et al.

Staudämme blockieren über 70 % der historischen Laichplätze des Königslachses – die Kombination aus Fischtransport (Trap-and-Haul) und künstlicher Kaltwasserabgabe ist die einzige Überlebenschance bei fortschreitender Erwärmung.

Reviews in Fish Biology and Fisheries 2026 Open Access

Parasites of Arctic char (Salvelinus alpinus) in North America: a systematic literature review and an analysis of contemporary data from anadromous populations from Nunavut

Harris et al.

Eine systematische Literaturübersicht verzeichnet 67 Parasitentaxa beim Seesaibling (Salvelinus alpinus) in Nordamerika. Eine neue Erhebung an 378 Seesaiblingen aus Nunavut fand 35 Taxa; alle untersuchten Fische trugen mindestens eine Parasitenart.

Betroffene Arten:
Reviews in Fish Biology and Fisheries 2026 Open Access

Technical mitigation measures to reduce the bycatch of sharks: there is no silver bullet

Drynan et al.

Die Übersicht bewertet anhand von 148 Dokumenten technische Maßnahmen gegen den Beifang von Haien in der Berufsfischerei. Nur der Wechsel des Fanggeräts erhielt die Bewertung „nützlich“ (beneficial); eine Einzellösung für alle Arten, Fanggeräte und Regionen gibt es demnach nicht.

Reviews in Fish Biology and Fisheries 2026 Open Access

Understanding recreational anglers’ perceptions of stock trend, status, and regime shifts in the western Baltic cod (Gadus morhua)

Arlidge et al.

Laut einer Online-Befragung sind sich deutsche Dorschangler des kritischen Zustands des Dorschs (Gadus morhua) der westlichen Ostsee sehr bewusst. 83,7 % sahen einen rückläufigen Bestand, 72,5 % nannten mindestens eine tiefgreifende, dauerhafte Veränderung in Fischerei oder Bestand.

Betroffene Arten:
Reviews in Fish Biology and Fisheries 2026 Open Access

Understanding the multiple drivers fostering freshwater fish phylogenetic diversity across China and adjacent areas

Mao et al.

Eine makroökologische Analyse von 2.063 Süßwasserfischarten in 165 hydrologischen Einheiten Chinas und angrenzender Gebiete zeigt, dass die klimatische und geologische Geschichte die phylogenetische Vielfalt stark prägt. Auf regionaler Ebene gewinnen räumliche Prozesse an Gewicht.

Fisheries Research 2025 Open Access

500 years of the once largest fishery in the world: A comprehensive catch reconstruction for the Newfoundland cod fishery (1508–2023)

Hayes et al.

Die Arbeit rekonstruiert die Fänge von Atlantischem Dorsch (Gadus morhua) vor Neufundland von 1508 bis 2023. Nach den Autoren setzten frühere Gesamtdarstellungen die historischen Anlandungen um ein bis zwei Drittel zu niedrig an.

Betroffene Arten:
Reviews in Fish Biology and Fisheries 2025 Open Access

A functional response model fit to empirical consumption data

Jokar et al.

Die Modellstudie nähert den empirisch geschätzten Fraß des Kabeljaus an Lodde in der Barentssee mit einem analytischen Modell der funktionellen Reaktion an. Nach den Autoren gibt das Modell die empirischen Schätzungen gut wieder; die Fraßrate hing vor allem von der Beutedichte ab.

Betroffene Arten:
Reviews in Fish Biology and Fisheries 2025 Open Access

Building climate-smart fisheries in Australia: insights from climate and ecosystem status reports

Brodie et al.

Die Arbeit stellt Klima- und Ökosystemberichte vor, die 2023–2024 an 10 australische Commonwealth-Fischereien gingen, und fasst 6 Lehren aus ihrer Entwicklung zusammen. Die Autoren sehen darin ein wichtiges Werkzeug für die Anpassung der Fischwirtschaft an sich rasch wandelnde Meere.

Reviews in Fish Biology and Fisheries 2025 Open Access

Caught on camera: quantifying fish behaviour in relation to sorting grids

Jacques et al.

Videoaufnahmen aus der Schleppnetzfischerei in der Barentssee zeigen, wie Kabeljau, Schellfisch, Köhler und Rotbarsche ein Sortiergitter berühren. Bei Kabeljau, Schellfisch und Rotbarschen boten rund 35 % der Kontakte keine längenabhängige Chance, das Gitter zu passieren.

Betroffene Arten:
Reviews in Fish Biology and Fisheries 2025 Open Access

Contrasting tropical marine herbivorous fish catches between the Indo-Pacific and Western Atlantic

Lutzenkirchen et al.

Fangdaten aus 69 Ausschließlichen Wirtschaftszonen zeigen, dass Rifffläche und Bevölkerungsdichte an der Küste die Fänge pflanzenfressender Fische am besten vorhersagen. Der Unterschied zwischen Indopazifik und Westatlantik geht vor allem auf die Fänge von Kaninchenfischen zurück.

Reviews in Fish Biology and Fisheries 2025 Open Access

Coverage matters: identifying and mitigating sampling frame issues in recreational fishing surveys

Taylor et al.

Die Übersichtsarbeit zeigt an sechs Fallstudien, wie Lücken im Auswahlrahmen Erhebungen zur Freizeitfischerei verzerren können und wie sie sich erkennen und mindern lassen. Allgemeine Listen, vor allem Telefonverzeichnisse, halten die Autoren für besonders anfällig für Untererfassung.

Reviews in Fish Biology and Fisheries 2025 Open Access

Socio-economic impacts and responses of the fishing industry and fishery managers to changes in small pelagic fish distribution and abundance

Quezada-Escalona et al.

Die Übersicht vergleicht in 13 Fallstudien aus 11 Regionen und Ländern, wie Fischereiwirtschaft und Verwaltung auf Veränderungen bei kleinen pelagischen Fischen reagieren. Bei niedrigen Beständen gingen Absatzmärkte verloren; die Autoren sehen Bedarf an mehr Abstimmung und Zusammenarbeit.

Betroffene Arten:
Science of The Total Environment 2024 Open Access

Microplastics in commercial marine fish species in the UK – A case study in the River Thames and the River Stour (East Anglia) estuaries

Horton et al.

Die Fallstudie an 53 Fischen aus den Mündungen von Themse und Stour (East Anglia) ergab, dass 41,5 % mindestens ein Mikroplastikpartikel aufgenommen hatten. Größere und schwerere Fische enthielten mehr Partikel; Fluss, Fangplatz, Art und Lebensraum machten keinen signifikanten Unterschied.

Wildfowl 2024 Open Access

Swans and lead fishing weights: a systematic review of deposition, impacts and regulations in Europe

Wood & Newth

Die systematische Übersicht wertet 45 Arbeiten zu Angelblei und Schwänen in Europa aus. In beangelten Gebieten gingen bis zu 70 % der Todesfälle auf Angelbleie zurück; der britische Bestand des Höckerschwans (Cygnus olor) verdoppelte sich nach dem Verbot wichtiger Bleigrößen 1987 etwa.

Reviews in Fish Biology and Fisheries 2023 Open Access

A global review of marine recreational spearfishing

Sbragaglia et al.

Die systematische Übersicht wertet 102 begutachtete Arbeiten aus den Jahren 1967 bis 2022 zum Speerfischen als Freizeitfischerei im Meer aus. Speerfischer stellen danach weniger als 5 % der Freizeitfischer im Meer; über die ökologischen Wirkungen ist nach den Autoren wenig bekannt.

Reviews in Fish Biology and Fisheries 2023 Open Access

Global responses to the COVID-19 pandemic by recreational anglers: considerations for developing more resilient and sustainable fisheries

Britton et al.

Die weltweite Datensynthese zum Freizeitangeln unter den COVID-19-Beschränkungen zeigt, dass das Interesse am Angeln, gemessen an angelbezogenen Internetsuchen, 2020 in allen Regionen deutlich zunahm. Lizenzverkäufe stiegen nur in einigen Staaten, und das hielt 2021 selten an.

Fishes 2023 Open Access

Parasitic Helminths and Freshwater Fish Introduction in Europe: A Systematic Review of Dynamic Interactions

Esposito et al.

Eine systematische Übersicht über 199 Arbeiten zu parasitischen Würmern (Helminthen) von Süßwasserfischen bei Arteinführungen in Europa kommt zu dem Schluss, dass nicht heimische Fische die Ausbreitung heimischer und früher eingeführter Parasiten tendenziell fördern (Spillback-Effekt).

Betroffene Arten:
Fisheries Research 2022 Open Access

Angling counts: Harnessing the power of technological advances for recreational fishing surveys

Dainys et al.

Die Vergleichsstudie am Stausee von Kaunas in Litauen zählt Angler mit einer Starrflügeldrohne und mit anonymen Daten eines Echolots für Angler. Beide Verfahren ergaben mit 25 und 27 Tsd. Anglern im Jahr ähnliche Werte für das erfasste Gebiet und die erfasste Tageszeit.

Water 2021 Open Access

Scientific Methods to Understand Fish Population Dynamics and Support Sustainable Fisheries Management

Gebremedhin et al.

Die Übersichtsarbeit erklärt für Fischereimanagement und Nachwuchsforschung, wie sich das Alter von Fischen an Otolithen, Schuppen und Flossenstrahlen bestimmen und überprüfen lässt. Otolithen liefern demnach oft die präzisesten und genauesten Altersschätzungen.

Animal Biotelemetry 2017 Open Access

Movements of dead fish in rivers

Havn et al.

In einem Telemetrieversuch in drei deutschen Flüssen trieben tote Smolts des Atlantischen Lachses (Salmo salar) bis zu 2,4 km und tote Blankaale des Europäischen Aals (Anguilla anguilla) mindestens bis zu 30,1 km flussabwärts. Dadurch können tote Fische als lebend gelten.

Betroffene Arten:
Fish and Fisheries 2017 Open Access

Recreational sea fishing in Europe in a global context—Participation rates, fishing effort, expenditure, and implications for monitoring and assessment

Hyder et al.

Eine Synthese nationaler Erhebungen schätzt für Europa 8,7 Millionen Freizeitfischer am Meer und 5,9 Milliarden Euro Ausgaben im Jahr. In den untersuchten Beständen von Wolfsbarsch (Dicentrarchus labrax) und Dorsch (Gadus morhua) entfielen je 27 % der Entnahme auf die Freizeitfischerei.

Betroffene Arten:
Reviews in Fish Biology and Fisheries 2016 Open Access

Patterns and processes in the drift of early developmental stages of fish in rivers: a review

Lechner et al.

Die Übersichtsarbeit wertet die Literatur zur Verdriftung früher Entwicklungsstadien von Flussfischen aus. Nach den Autoren driften diese Stadien, abgesehen von Eiern, weder rein passiv noch rein aktiv; ein allgemeines Verständnis der Fischdrift sehen sie noch weit entfernt.

Betroffene Arten:

Transparenz & wissenschaftlicher Standard

Alle hier besprochenen Arbeiten sind Originalpublikationen aus begutachteten Fachjournalen (Peer Review). Die Volltexte liegen unter freien Lizenzen (Creative Commons) vor und sind über die jeweiligen Verlags-DOIs dauerhaft referenzierbar.

Die deutschsprachigen Zusammenfassungen wurden mit redaktioneller Sorgfalt nach dem Vier-Augen-Prinzip erstellt und durch Wolfgang Spiess-Knafl auf fischereibiologische und ökologische Stimmigkeit geprüft.

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