Wildbiologische Studie

Cost-effectiveness of lures in attracting mammals: a large scale camera-trapping field test on European species

Kurzantwort

Fotofallen-Test in Italien: Sardinen wirken bei Hundeartigen, Erdnussbutter bei Mardern - Rehwild meidet Erdnussbutter, Rotwild reagiert am besten auf den kommerziellen Lockstoff.

Gilt für
Rotwild, Rehwild, Fuchs & Kleinraubwild, Monitoring & Methodik; wissenschaftliche Einordnung, keine Rechts- oder Einzelfallberatung
Datenstand
Originalpublikation 2024
Autorinnen & Autoren
Alessio Mortelliti, Riccardo Bergamin, Paola Bartolommei, Ilaria Greco, Emiliano Manzo, Francesco Rovero, Federica Fonda
Veröffentlichung
European Journal of Wildlife Research 70, 90 (2024)
Verlag
Springer Science and Business Media LLC
Lizenz
CC BY 4.0
Originalarbeit beim Verlag öffnen (DOI) →

Der Volltext liegt beim Verlag. JAGDNAVIGATOR hostet keine PDF-Kopien.

Welcher Lockstoff bringt bei Fotofallenerhebungen den größten Nachweiserfolg, und was kostet es, damit ein bestimmtes Monitoringziel zu erreichen?

Die Studie in Kürze

Fotofallen-Test in Italien: Sardinen wirken bei Hundeartigen, Erdnussbutter bei Mardern - Rehwild meidet Erdnussbutter, Rotwild reagiert am besten auf den kommerziellen Lockstoff.

Methodik & Datenbasis
Großangelegtes Freilandexperiment in vier Untersuchungsgebieten in Mittel- und Norditalien, von Tieflandwald bis alpinem Buchenwald. Verglichen wurden drei günstige und leicht verfügbare Lockmittel - Sardinen, Erdnussbutter und ein kommerzieller Lockstoff - gegen eine Kamera ohne Lockmittel als Kontrolle. Erfasst wurden kleine bis große Säugetiere; ausgewertet über eine Power-Analyse in Verbindung mit einer Kostenfunktion.
Befunde
Bei 7 von 13 Zielarten hing die Nachweiswahrscheinlichkeit vom verwendeten Lockmittel ab. Sardinen waren am wirksamsten bei Hundeartigen und beim Stachelschwein, Erdnussbutter bei Mardern - vom Rehwild wurde sie dagegen gemieden. Der kommerzielle Lockstoff wirkte am besten bei Rotwild. Die Kostenwirksamkeit unterschied sich drastisch, teils in der Größenordnung von Zehntausenden Euro, je nachdem ob und welches Lockmittel eingesetzt wurde.
Einordnung für die Praxis
Unmittelbar praktisch für Fotofallen im Revier: Es gibt kein Allzweck-Lockmittel. Wer Raubwild erfassen will, fährt mit Fischködern besser; wer Rehwild erfassen will, sollte Erdnussbutter meiden, weil sie abschreckt. Die Wahl entscheidet über den Aufwand, nicht nur über den Erfolg.
Grenzen der Studie
Vier Gebiete in Italien, 13 Zielarten, drei Lockmittel; die Kostenrechnung bezieht sich auf die dort gesetzten Monitoringziele. Bei 6 der 13 Arten machte das Lockmittel keinen belegbaren Unterschied.

Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR, kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist das Abstract der Arbeit.

Verwandte Studien

Schwarzwild

Exploring the use of REM in compact hunting grounds comparing site specific to average parameters

Stephanie Wohlfahrt et al. · 2025

Rehwild

Distinctive antler morphology in European roe deer: implications for evolution, conservation and game management

Jorge Cassinello & Jesús Caro & Miguel Delibes-Mateos · 2026

Fuchs & Kleinraubwild

Comparing the efficacy of two camera trapping techniques for assessing the occupancy, detection and activity patterns of small Mustelids in Britain

Elizabeth Croose et al. · 2025

Rotwild

The spatial dynamics of red deer (Cervus elaphus) in fenced Mediterranean landscapes during periods of limited resources

Rafael Villafuerte-Jordan et al. · 2025