Wildbiologische Studie

Effects of dehorning on population productivity in four Namibia sub-populations of black rhinoceros (Diceros bicornis bicornis)

Kurzantwort

Entfernte Hörner, unveränderte Fortpflanzung: Bei vier Spitzmaulnashorn-Populationen in Namibia zeigte das Enthornen keinen Einfluss auf Reproduktion oder Lebensdauer.

Gilt für
Population & Genetik, Artenschutz & illegaler Handel; wissenschaftliche Einordnung, keine Rechts- oder Einzelfallberatung
Datenstand
Originalpublikation 2022
Autorinnen & Autoren
Lucy C. Chimes, Piet Beytell, Jeff R. Muntifering, Birgit Kötting, Vikki Neville
Veröffentlichung
European Journal of Wildlife Research 68, 58 (2022)
Verlag
Springer Science and Business Media LLC
Lizenz
CC BY 4.0
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Beeinträchtigt das Enthornen als Maßnahme gegen Wilderei die Fortpflanzung und Lebensdauer von Spitzmaulnashörnern?

Die Studie in Kürze

Entfernte Hörner, unveränderte Fortpflanzung: Bei vier Spitzmaulnashorn-Populationen in Namibia zeigte das Enthornen keinen Einfluss auf Reproduktion oder Lebensdauer.

Methodik & Datenbasis
Auswertung historischer Daten des namibischen Umwelt-, Forst- und Tourismusministeriums und des Save the Rhino Trust zu vier namibischen Teilpopulationen (A bis D) mit unterschiedlich starkem Enthornungsgrad. Geprüft wurden Alter bei der ersten Reproduktion (AFR), Zwischenkalbezeit (ICI), Geschlechterverhältnis der Geburten, Kälberüberleben, Todesursache und Lebensdauer.
Befunde
Zwischen enthornten und behornten Tieren fand sich in keiner der Variablen ein signifikanter Unterschied. Die Population selbst war ein signifikanter Prädiktor für AFR (LRT = 7,433; p = 0,024) und ICI (LRT = 13,281; p = 0,004), wobei sich paarweise nur die Populationen A und B signifikant unterschieden. In Population D wurden signifikant mehr männliche als weibliche Kälber geboren (p = 0,021). Häufigste Todesursache über alle Tiere war Wilderei, wobei sich der Anteil gewilderter Tiere zwischen enthornten und behornten nicht signifikant unterschied (χ² = 0,638; p = 0,424; n = 265).
Einordnung für die Praxis
Für die Bewertung invasiver Schutzmaßnahmen: Ein Eingriff, der ein Sozial- und Kampfmerkmal entfernt, hatte hier keine messbare biologische Nebenwirkung - ein Befund, der die Fortsetzung der Praxis stützt. Bemerkenswert ist die andere Seite: Der Wilderei-Anteil unterschied sich ebenfalls nicht, das Enthornen hielt die Wilderer also nicht messbar ab.
Grenzen der Studie
Rückblickende Auswertung vorhandener Datensätze aus vier Teilpopulationen, ohne experimentelle Zuordnung. Ein fehlender signifikanter Unterschied ist bei dieser Stichprobengröße kein Beweis für Wirkungsfreiheit.

Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR, kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist das Abstract der Arbeit.

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