Wie viele Adler halten sich vor, während und nach der Rentierkalbung im Gebiet auf, und lassen sie sich von den Kalbungsflächen ablenken?
Die Studie in Kürze
Pilotversuch in Nordschweden: Adler häufen sich während der Rentierkalbung - Vergrämung mit Ventilatoren und Drehprismen hielt sie messbar fern.
- Methodik & Datenbasis
- Pilotprojekt im Before-After-Control-Impact-Design in einem Rentierhaltungsdistrikt in Nordschweden. Erfasst wurde das Adleraufkommen vor, während und nach der Kalbung; getestet wurden zwei Vergrämungsmittel - Luftventilatoren und Drehprismen. Steinadler wie Seeadler stehen bei den Haltern im Verdacht, Rentiere zu schlagen; zum Umfang von Prädation und Aasnutzung besteht eine erhebliche Wissenslücke.
- Befunde
- In der einen Untersuchungsperiode wurden 12 Adlerbeobachtungen vor, 47 während und 17 nach der Kalbung erfasst - das Aufkommen stieg zur Kalbung an und fiel danach wieder, mit besonders starken Schwankungen bei subadulten Vögeln. Das Prädationsniveau ließ sich nicht bestimmen: Weder direkte Angriffe noch von Adlern getötete Kälber wurden beobachtet. Die meisten Beobachtungen fielen in die Kontrollfläche; die Chance, einen Adler zu sehen, war dort signifikant höher als in den Flächen mit Vergrämung.
- Einordnung für die Praxis
- Für den Schutz von Jungtieren auf offenen Flächen ein übertragbarer Ansatz: Optisch-mechanische Vergrämung kann Greifvögel in der kritischen Zeit von einer begrenzten Fläche ablenken, ohne Eingriff in den Bestand. Zugleich zeigt die Arbeit, wie schwer der Nachweis tatsächlicher Prädation ist - die Vermutung der Halter ließ sich nicht bestätigen.
- Grenzen der Studie
- Pilotstudie mit einer einzigen Untersuchungsperiode und kleinen Beobachtungszahlen. Die Autoren halten weitere Studien für nötig, um Wirksamkeit und Prädationsumfang zu klären.
Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR, kein Originaltext der Autorinnen und Autoren.
Grundlage ist
das Abstract der Arbeit.