Wildbiologische Studie

Status assessment of a recently reintroduced eurasian lynx (Lynx lynx) population in the Palatinate Forest, South-West Germany

Kurzantwort

Fotofallen im Pfälzerwald: 0,52 selbstständige Luchse je 100 km² - deutlich weniger als in etablierten Populationen, weil Tiere in die Vogesen abwandern.

Gilt für
Luchs, Monitoring & Methodik, Raumnutzung & Verhalten; wissenschaftliche Einordnung, keine Rechts- oder Einzelfallberatung
Datenstand
Originalpublikation 2024
Autorinnen & Autoren
Markus Port, Carolin Tröger, Ulf Hohmann
Veröffentlichung
European Journal of Wildlife Research 70, 55 (2024)
Verlag
Springer Science and Business Media LLC
Lizenz
CC BY 4.0
Originalarbeit beim Verlag öffnen (DOI) →

Der Volltext liegt beim Verlag. JAGDNAVIGATOR hostet keine PDF-Kopien.

In welchem Zustand ist die wiederangesiedelte Luchspopulation im Pfälzerwald am Ende des Projekts, und wie hoch ist die Bestandsdichte?

Die Studie in Kürze

Fotofallen im Pfälzerwald: 0,52 selbstständige Luchse je 100 km² - deutlich weniger als in etablierten Populationen, weil Tiere in die Vogesen abwandern.

Methodik & Datenbasis
Zwischen 2016 und 2020 wurden 20 Luchse aus der Slowakei und der Schweiz in den Pfälzerwald umgesetzt. Die Erfassung erfolgte über ein systematisches Fotofallen-Raster mit 80 Standorten auf 1.000 km² im Zentrum des rund 1.800 km² großen Pfälzerwalds, in Winter und Frühjahr 2019/20 und 2020/21.
Befunde
Die Dichte lag bei 0,52 selbstständigen Individuen je 100 km² und damit signifikant unter der Dichte gut etablierter wiederangesiedelter Populationen. Die Zahl der nachgewiesenen selbstständigen Tiere sank von 15 (2019/20) auf 11 (2020/21) und lag damit deutlich unter der Zahl der umgesetzten Luchse. Als Erklärung nennen die Autoren die Abwanderung mehrerer Tiere in die Vogesen (Frankreich), die zusammen mit dem Pfälzerwald ein durchgehendes geeignetes Luchshabitat von rund 8.000 km² bilden. Die Ergebnisse spiegeln damit möglicherweise eine junge Population, die sich über eine große Fläche ausdehnen kann.
Einordnung für die Praxis
Für Reviere im Pfälzerwald und den angrenzenden Gebieten: Die geringe Dichte bedeutet nicht Misserfolg, sondern Verteilung über ein großes Areal. Die Autoren empfehlen ausdrücklich ein synchronisiertes, grenzüberschreitendes Monitoring; bleibt die Dichte niedrig, seien unterstützende Maßnahmen zu prüfen. Fotofallenbetreiber im Revier liefern für dieses Monitoring die Rohdaten.
Grenzen der Studie
Zwei Erfassungsperioden in einem 1.000-km²-Ausschnitt des Gesamtgebiets; Tiere jenseits dieser Fläche werden nicht erfasst. Die Dichteangabe bezieht sich auf selbstständige Individuen, nicht auf den Gesamtbestand mit Jungtieren.

Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR, kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist das Abstract der Arbeit.

Verwandte Studien

Luchs

Quota hunting of Eurasian lynx in Norway: patterns of hunter selection, hunter efficiency and monitoring accuracy

Erlend B. Nilsen et al. · 2011

Monitoring & Methodik

Linking landscapes: analyzing corridors for bearded vultures in the Iberian Peninsula

Inmaculada Navarro et al. · 2026

Wolf

Extreme spatial plasticity in Italian wolves: ecological determinants of range size and movement patterns across heterogeneous landscapes

Silvia Cavazza et al. · 2026

Schwarzwild

Exploring the use of REM in compact hunting grounds comparing site specific to average parameters

Stephanie Wohlfahrt et al. · 2025