Wildbiologische Studie

Updating Swedish hunting harvest estimates of open season game based on new methods and documented data

Kurzantwort

Schwedens amtliche Streckenstatistik überzeichnete Trends und lag bei selten erlegten Arten regional um Größenordnungen daneben.

Gilt für
Jagdmanagement & Bejagung; wissenschaftliche Einordnung, keine Rechts- oder Einzelfallberatung
Datenstand
Originalpublikation 2024
Autorinnen & Autoren
Tom Lindström, Paula Jonsson, Felicia Skorsdal, Göran Bergqvist
Veröffentlichung
European Journal of Wildlife Research 70, 73 (2024)
Verlag
Springer Science and Business Media LLC
Lizenz
CC BY 4.0
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Wie verlässlich sind hochgerechnete Jagdstreckenstatistiken, wenn nicht alle Reviere melden - und was bringt ein besseres Schätzverfahren?

Die Studie in Kürze

Schwedens amtliche Streckenstatistik überzeichnete Trends und lag bei selten erlegten Arten regional um Größenordnungen daneben.

Methodik & Datenbasis
Zunächst wurden mehrere Fehler in den Raumdaten behoben und die bejagbare Fläche (EHL) auf dokumentierten Annahmen zeitlich konsistent geschätzt. Anschließend wurde das neu entwickelte Verfahren BaHAREHH (Bayesian Hierarchical and Autoregressive Estimation of Hunting Harvest) auf Streckenmeldungen von 34 Arten der Jahre 2003 bis 2021 angewandt - mit alter und neuer Flächenschätzung - und mit der bisher amtlich verwendeten naiven linearen Extrapolation (LE) verglichen. Im schwedischen System melden Jagdgruppen ihre Strecke und die bejagte Fläche; die Strecke der nicht meldenden Fläche wird daraus geschätzt.
Befunde
Die aktualisierte Flächenschätzung wirkte sich national nur wenig aus, auf Ebene einzelner Bezirke aber teils stark. National waren die alten LE-Schätzungen für häufig erlegte Arten ähnlich, für selten erlegte Arten traten Abweichungen auf. Die LE-Zeitreihen zeigten überzeichnete Trends, höhere Variationskoeffizienten und geringere Autokorrelation. Auf Provinz- und Bezirksebene gab es für alle Arten erhebliche Unterschiede, einzelne Schätzungen wichen um mehrere Größenordnungen ab. Fazit der Autoren: Die bisherigen LE-Schätzungen reagieren empfindlich auf einzelne Meldungen und sind für manche Arten unzuverlässig, besonders regional.
Einordnung für die Praxis
Wichtig für jeden, der mit Streckenstatistiken argumentiert: Hochgerechnete Zahlen aus Teilmeldungen können regionale Trends erzeugen, die es nicht gibt - je seltener die Art, desto unzuverlässiger. Für Abschussplanung auf Kreisebene sind solche Zahlen nur brauchbar, wenn das Hochrechnungsverfahren bekannt ist.
Grenzen der Studie
Methodenvergleich für das schwedische Meldesystem; die Größe der Abweichungen hängt an dessen Struktur und ist nicht direkt auf andere Länder übertragbar. Ein unabhängiger Maßstab für die wahre Strecke fehlt.

Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR, kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist das Abstract der Arbeit.

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