Wildbiologische Studie

A longitudinal study of the effects of trees, geese and avian predators on breeding wader meadow birds: the case of the Demmerik polder, the Netherlands

Kurzantwort

18 Jahre Wiesenvogel-Monitoring in einem niederländischen Polder: Die aufwachsende Baumreihe wirkte stärker auf den Brutbestand als Gänse oder Beutegreifer.

Gilt für
Federwild; wissenschaftliche Einordnung, keine Rechts- oder Einzelfallberatung
Datenstand
Originalpublikation 2020
Autorinnen & Autoren
Wil L.M. Tamis, Piet Heemskerk
Veröffentlichung
European Journal of Wildlife Research 66, 78 (2020)
Verlag
Springer Science and Business Media LLC
Lizenz
CC BY 4.0
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Warum gehen die Brutbestände von Wiesenlimikolen zurück - durch aufkommende Bäume, durch Gänse oder durch Beutegreifer?

Die Studie in Kürze

18 Jahre Wiesenvogel-Monitoring in einem niederländischen Polder: Die aufwachsende Baumreihe wirkte stärker auf den Brutbestand als Gänse oder Beutegreifer.

Methodik & Datenbasis
Langzeit-Felduntersuchung von 1993 bis 2010 zu den Brutdichten von Austernfischer, Kiebitz, Uferschnepfe und Rotschenkel im Polder Demmerik (Niederlande). Ein Teil des Polders - ein Naturschutzgebiet - hat eine ältere Baumreihe, zwei landwirtschaftliche Teile werden durch eine neu aufwachsende Baumreihe getrennt. Verglichen wurden mehrere Modelle systematisch gegeneinander.
Befunde
Während die Baumreihe in den Agrarteilen aufwuchs, nahmen äsende Graugansfamilien in nur einem dieser Teile während der Brutzeit stark zu; im selben Zeitraum stieg die Dichte der Beutegreifer im ganzen Polder. Die Limikolen mieden Bäume in beiden Situationen - bei bestehender Baumreihe (statisch) und bei aufwachsender (dynamisch). Im Modellvergleich hatte die wachsende Baumreihe den größten Einfluss auf die Wiesenvögel. Modelle mit Gänsen beschrieben die Trends besser als solche mit Beutegreifern; weil beide Variablen konfundiert sind, ist eine endgültige Trennung aber nicht möglich.
Einordnung für die Praxis
Für Wiesenvogelschutz im Revier die wichtigste Stellschraube: Offenheit der Fläche. Einzelne Bäume, Hecken und Gehölzreihen entwerten Wiesenbrütergebiete, unabhängig davon, ob sie tatsächlich Ansitzwarten für Beutegreifer bieten - das Meideverhalten allein reicht. Prädatorenmanagement ersetzt daher keine Offenhaltung.
Grenzen der Studie
Ein Polder über 18 Jahre; die Wirkungen von Gänsen und Beutegreifern lassen sich statistisch nicht voneinander trennen. Vier Limikolenarten, keine Bruterfolgsdaten im Abstract.

Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR, kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist das Abstract der Arbeit.

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