Wie stark überlappt die Tagesaktivität freilaufender Katzen mit der ihrer heimischen und eingeführten Beutetiere?
Die Studie in Kürze
Fotofallen auf Madeira: Freilaufende Katzen sind zeitlich am stärksten mit Kaninchen unterwegs - ausgesetztes Niederwild stützt damit den Katzenbestand.
- Methodik & Datenbasis
- Fotofallen-Erhebung über ein gesamtes Schutzgebiet auf der Insel Madeira (Portugal), ausgewertet über Koeffizienten der zeitlichen Überlappung zwischen Katzen und einzelnen Beutearten.
- Befunde
- Die zeitliche Überlappung war mit eingeführten Säugetieren größer als mit Vögeln, heimischen wie eingeführten. Am stärksten überlappten Katzen mit Kaninchen, dann mit Nagetieren, dann mit Singvögeln, am geringsten mit Rebhühnern. Da Kaninchen und Rebhuhn auf Madeira eingeführte jagdbare Arten sind, könnten sie die Katzenbestände stützen und über Hyperprädation den Druck auf heimische Arten zusätzlich erhöhen.
- Einordnung für die Praxis
- Ein Mechanismus mit Folgen für Aussetzungen und Bestandsstützungen: Wo Niederwild ausgesetzt wird, kann es unbeabsichtigt die Prädatorenpopulation subventionieren, die dann auch heimische Arten stärker beansprucht. Die Autoren fordern, die Praxis der Bestandsstützung mit eingeführten jagdbaren Arten zu überdenken.
- Grenzen der Studie
- Zeitliche Überlappung belegt Gelegenheit, nicht Prädation - Fotofallen zeigen Aktivitätsmuster, keine Nahrungszusammensetzung. Insellage mit mehreren eingeführten Arten; Übertragung auf mitteleuropäische Reviere nur mit Vorbehalt.
Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR, kein Originaltext der Autorinnen und Autoren.
Grundlage ist
das Abstract der Arbeit.