Wildbiologische Studie

Dog in sheep’s clothing: livestock depredation by free-ranging dogs may pose new challenges to wolf conservation

Kurzantwort

In 62 % der untersuchten Übergriffe auf Weidetiere in Portugal waren Hunde die einzigen nachgewiesenen Täter - nicht Wölfe.

Gilt für
Schwarzwild, Wolf, Monitoring & Methodik, Wildschaden, Äsung & Fütterung, Mensch-Wild-Konflikt & Akzeptanz; wissenschaftliche Einordnung, keine Rechts- oder Einzelfallberatung
Datenstand
Originalpublikation 2023
Autorinnen & Autoren
Sofia Lino, Mariana Rossa, Joana M. Fernandes, Tânia Barros, Ana Lino, Dário Hipólito, Eduardo Ferreira, Sara C. Aliácar, Duarte Cadete, Carlos Fonseca, Rita T. Torres, Luís M. Rosalino, João Carvalho
Veröffentlichung
European Journal of Wildlife Research 69, 107 (2023)
Verlag
Springer Science and Business Media LLC
Lizenz
CC BY 4.0
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Wie unterscheiden sich die Nahrungszusammensetzung von Wolf und freilaufendem Hund am Südrand des Wolfsvorkommens in Portugal, und welche Rolle spielen Hunde bei Übergriffen auf Weidetiere?

Die Studie in Kürze

In 62 % der untersuchten Übergriffe auf Weidetiere in Portugal waren Hunde die einzigen nachgewiesenen Täter - nicht Wölfe.

Methodik & Datenbasis
Nahrungsanalyse an 107 genetisch bestätigten Wolfslosungen und 95 Hundelosungen, ergänzt um Daten aus 40 Übergriffen auf Weidetiere, bei denen der Verursacher genetisch zugeordnet werden konnte. Freilaufende Hunde nehmen in Portugal zu und überlagern die Territorien des gefährdeten Iberischen Wolfs.
Befunde
Ziegen waren in allen untersuchten Regionen die häufigste Hundebeute; an zweiter Stelle standen je Region Hasenartige, Kleinsäuger beziehungsweise Wildschweine. Wölfe lebten im Westen überwiegend von Ziegen und Wildschweinen, in der zentralen Region hauptsächlich von Vögeln. Die Nahrungsüberlappung beider Hundeartigen war sehr hoch (Pianka-Index O = 0,93), was Konkurrenzpotenzial bedeutet. In den meisten Übergriffen - 62 % - waren Hunde die einzigen nachgewiesenen Verursacher.
Einordnung für die Praxis
Ein zentraler Befund für die Schadensbewertung: Wo ein Riss dem Wolf zugeschrieben wird, kann der Verursacher ein freilaufender Hund sein - genetische Zuordnung ist deshalb kein Luxus, sondern Voraussetzung für belastbare Statistik und gerechte Entschädigung. Die Autoren fordern neben angepasster Weidewirtschaft eine strengere Durchsetzung der Vorschriften zur Hundehaltung und ein wirksames Management streunender Hunde.
Grenzen der Studie
Eine Region am Südrand des Wolfsvorkommens; 40 genetisch aufgeklärte Übergriffe sind eine begrenzte Stichprobe. Der Anteil von 62 % gilt für die untersuchten Fälle, nicht zwangsläufig für alle Rissmeldungen der Region.

Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR, kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist das Abstract der Arbeit.

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