Wildbiologische Studie

Turkish and German university students’ emotions and protection intentions regarding wolves and wild boars

Kurzantwort

Befragung von 1.052 Studierenden: In Deutschland löst das Wildschwein Freude und Interesse aus, in der Türkei Ekel und Ärger.

Gilt für
Schwarzwild, Wolf, Mensch-Wild-Konflikt & Akzeptanz; wissenschaftliche Einordnung, keine Rechts- oder Einzelfallberatung
Datenstand
Originalpublikation 2024
Autorinnen & Autoren
Sevilay Dervişoğlu, Susanne Menzel
Veröffentlichung
European Journal of Wildlife Research 70, 37 (2024)
Verlag
Springer Science and Business Media LLC
Lizenz
CC BY 4.0
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Welche Gefühle verbinden Menschen in unterschiedlichen kulturellen Kontexten mit Wolf und Wildschwein, und wie gut erklären diese Gefühle die Absicht, die Tiere zu schützen?

Die Studie in Kürze

Befragung von 1.052 Studierenden: In Deutschland löst das Wildschwein Freude und Interesse aus, in der Türkei Ekel und Ärger.

Methodik & Datenbasis
Befragung von 637 türkischen und 415 deutschen Studierenden zu Gefühlen gegenüber Wolf und Wildschwein sowie zu Absichten, die Tiere zu schützen beziehungsweise menschliche Interessen gegen sie zu schützen.
Befunde
Die Muster unterschieden sich deutlich zwischen den Stichproben: Gegenüber dem Wildschwein herrschten in der türkischen Gruppe negative Gefühle wie Ekel und Ärger vor, in der deutschen positive wie Freude, Überraschung und Interesse. In beiden Gruppen unterschieden sich die Gefühle gegenüber Wolf und Wildschwein signifikant. In der türkischen Stichprobe löste der Wolf stärkere Furcht, Freude und Interesse aus, das Wildschwein stärkeren Ärger und Ekel. In der deutschen Stichprobe löste der Wolf stärkere Freude, Überraschung, Interesse und Trauer aus, das Wildschwein stärkeren Ekel. Furcht wurde in beiden Gruppen gegenüber beiden Arten geäußert. Ekel war in der türkischen Stichprobe der stärkste negative Prädiktor für Schutzabsichten gegenüber dem Wildschwein; in der deutschen Stichprobe erklärten Freude und Interesse die Schutzabsichten für beide Arten am besten.
Einordnung für die Praxis
Für die Öffentlichkeitsarbeit über Bejagung: Zustimmung hängt weniger an Sachargumenten als an Gefühlen, und diese sind kulturell geprägt. Beim Schwarzwild ist Ekel der Hebel, der Schutzabsichten senkt - beim Wolf ist es Furcht, die in beiden Kulturen auftritt. Wer Reduktionsjagd begründet, spricht bei diesen beiden Arten sehr unterschiedliche Gefühlslagen an.
Grenzen der Studie
Stichproben aus Studierenden zweier Länder, nicht repräsentativ für die jeweilige Bevölkerung. Gemessen wurden Absichten, nicht tatsächliches Verhalten.

Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR, kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist das Abstract der Arbeit.

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