Wildbiologische Studie

Estimating red deer (Cervus elaphus) population size based on non-invasive genetic sampling

Kurzantwort

2.762 Losungsproben aus drei Rotwildgebieten in Südwestdeutschland ergaben 1.431 Individuen - und Geschlechterverhältnisse zwischen 1:1,1 und 1:1,7.

Gilt für
Rotwild, Monitoring & Methodik; wissenschaftliche Einordnung, keine Rechts- oder Einzelfallberatung
Datenstand
Originalpublikation 2021
Autorinnen & Autoren
Cornelia Ebert, Julian Sandrini, Bettina Welter, Bernhard Thiele, Ulf Hohmann
Veröffentlichung
European Journal of Wildlife Research 67, 27 (2021)
Verlag
Springer Science and Business Media LLC
Lizenz
CC BY 4.0
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Lässt sich die Größe und Struktur freilebender Rotwildbestände über genetische Untersuchung von Losung bestimmen?

Die Studie in Kürze

2.762 Losungsproben aus drei Rotwildgebieten in Südwestdeutschland ergaben 1.431 Individuen - und Geschlechterverhältnisse zwischen 1:1,1 und 1:1,7.

Methodik & Datenbasis
Entwickelt und geprüft wurde ein nichtinvasives genetisches Verfahren zur Schätzung von Bestandsgröße und Dichte anhand von Losung aus drei freilebenden Rotwildpopulationen in Südwestdeutschland. Genotypisiert wurden 2.762 Kotproben, die 1.431 verschiedenen Individuen entsprachen. Die Dichte wurde für beide Geschlechter getrennt mit zwei Verfahren geschätzt: räumlich explizites Fang-Wiederfang (SECR) und ein Einzelsitzungs-Urnenmodell (CAPWIRE).
Befunde
Beide Verfahren lieferten für alle drei Untersuchungsgebiete ähnliche Werte, mit Gesamtdichten zwischen 3,3 (2,5-4,4) und 8,5 (6,4-11,3) Stück Rotwild je km². Die geschätzten Geschlechterverhältnisse unterschieden sich signifikant zwischen den Populationen und lagen zwischen 1:1,1 und 1:1,7 - mit erheblichen Folgen für die Bewirtschaftung. Als offene Punkte nennen die Autoren die Annahme geschlossener Populationen und die Bestimmung der effektiv beprobten Fläche. Nach eigener Kenntnis ist es der einzige geschlechtsspezifische Ansatz zur Schätzung von Rotwildbestand und -dichte.
Einordnung für die Praxis
Das praxisnächste Ergebnis dieser Reihe für deutsche Rotwildgebiete: Belastbare Dichten und - entscheidend für die Abschussplanung - geschlechtsspezifische Werte, ohne ein Stück Wild zu berühren. Wer Losung systematisch sammelt, kann damit Bestandsschätzungen erzeugen, die über Sichtbeobachtung und Streckenrückschluss hinausgehen. Die Spanne von 1:1,1 bis 1:1,7 zeigt, wie stark ein pauschal angenommenes Geschlechterverhältnis eine Planung verzerren kann.
Grenzen der Studie
Drei Gebiete in Südwestdeutschland. Die Autoren benennen selbst zwei ungelöste Punkte: die Annahme der Populationsgeschlossenheit und die Abgrenzung der effektiv beprobten Fläche, von der die Dichteangabe direkt abhängt.

Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR, kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist das Abstract der Arbeit.

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