Wildbiologische Studie

Mammal use of wildlife crossing structures along a new motorway in an area recently recolonized by wolves

Kurzantwort

15 Querungshilfen an der A4 in Westpolen: Grünbrücken funktionieren deutlich besser als Unterführungen - und die Rückkehr der Wölfe hemmt die anderen Arten nicht.

Gilt für
Wolf, Wildunfälle & Infrastruktur, Monitoring & Methodik, Raumnutzung & Verhalten; wissenschaftliche Einordnung, keine Rechts- oder Einzelfallberatung
Datenstand
Originalpublikation 2020
Autorinnen & Autoren
Robert W. Mysłajek, Emilia Olkowska, Marta Wronka-Tomulewicz, Sabina Nowak
Veröffentlichung
European Journal of Wildlife Research 66, 79 (2020)
Verlag
Springer Science and Business Media LLC
Lizenz
CC BY 4.0
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Welche Querungsbauwerke nutzt das Wild tatsächlich, und behindert die Anwesenheit von Wölfen die Nutzung durch andere Arten?

Die Studie in Kürze

15 Querungshilfen an der A4 in Westpolen: Grünbrücken funktionieren deutlich besser als Unterführungen - und die Rückkehr der Wölfe hemmt die anderen Arten nicht.

Methodik & Datenbasis
Untersucht wurden 6 Grünbrücken (30-45 m breit), 5 große Unterführungen (33-114 m) und 4 kleine Unterführungen (15-19 m) entlang der Autobahn A4 im Niederschlesischen Wald (Westpolen), einem großen Waldgebiet, das kürzlich von Wölfen wiederbesiedelt wurde. Über drei Jahre (2010-2013) wurden Trittsiegel auf Sandbetten bestimmt und gezählt sowie Fotofallen ausgewertet, um Artenvielfalt, Anzahl und Aktivitätsmuster zu erfassen.
Befunde
Die Bauwerke wurden zu 51,5 % von Wildtieren genutzt, zu 34,8 % von Menschen und zu 13,7 % von Nutz- und Haustieren. Unter den Wildtieren dominierte Schalenwild mit 77,4 % der Querungen, Hasenartige kamen auf 15 %, Beutegreifer auf 7,6 %. Artenzahl und Querungen wildlebender Säugetiere - besonders Schalenwild und Wölfe - waren auf Grünbrücken deutlich höher als in Unterführungen und hingen weder vom Abstand zu Siedlungen noch von der Bauwerksbreite ab. Unter großen, ausgedehnten Brücken war die Vielfalt höher als in kleineren Unterführungen. Die Zahlen stiegen von 2010 bis 2013 für Wild, Haustiere und Menschen gleichermaßen. Nahezu alle Wildarten waren nachtaktiv, im Gegensatz zu Menschen und Hunden. Zwischen Querungszeiten und -raten von Beutegreifern und potenzieller Beute bestand kein Zusammenhang.
Einordnung für die Praxis
Klare Aussage für die Planung: Grünbrücken erhalten die Bewegung des Wildes deutlich besser als Unterführungen - selbst bei steilen Auffahrten von 25 bis 26,5 % oder wenn ein mäßig genutzter Schotterweg darüber führt. Und die Sorge, Wolfspräsenz würde andere Arten von Querungen abhalten, bestätigte sich nicht. Für die Wirkungskontrolle empfehlen die Autoren ein Monitoring über alle Jahreszeiten und mindestens drei Jahre.
Grenzen der Studie
15 Bauwerke an einer Autobahn über drei Jahre. Trittsiegel- und Fotofallendaten geben Querungshäufigkeiten, keine Populationseffekte. Die Zunahme über die Jahre betraf auch die menschliche Nutzung.

Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR, kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist das Abstract der Arbeit.

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