Wildbiologische Studie

Responses of red deer (Cervus elaphus) to regular disturbance by hill walkers

Kurzantwort

GPS-Daten von acht Hirschen in Schottland: An Sonntagen mit vierfacher Wanderfrequenz hielten sie 371 statt 286 Meter Abstand zum Weg - und holten die verlorene Äsungszeit nachts nicht nach.

Gilt für
Rotwild, Raumnutzung & Verhalten; wissenschaftliche Einordnung, keine Rechts- oder Einzelfallberatung
Datenstand
Originalpublikation 2011
Autorinnen & Autoren
Angela Margaret Sibbald, Russell J. Hooper, James E. McLeod, Iain J. Gordon
Veröffentlichung
European Journal of Wildlife Research 57, 817-825 (2011)
Verlag
Springer Science and Business Media LLC
Lizenz
CC BY-NC 4.0
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Wie reagiert Rotwild, das an regelmäßige Störung durch Wanderer gewöhnt scheint, tatsächlich auf unterschiedlich starken Besucherverkehr?

Die Studie in Kürze

GPS-Daten von acht Hirschen in Schottland: An Sonntagen mit vierfacher Wanderfrequenz hielten sie 371 statt 286 Meter Abstand zum Weg - und holten die verlorene Äsungszeit nachts nicht nach.

Methodik & Datenbasis
GPS-Halsbandsender an acht Hirschen eines Rudels, dessen Äsungsflächen nahe einem beliebten Wanderweg im schottischen Hochland liegen - rund 20.000 Wanderer pro Jahr, am stärksten im Sommer und an Wochenenden. Über zwei Jahre wurden die Standorte im Mai und Juni alle zwei Stunden erfasst, an typisch stark begangenen Tagen (Sonntage, im Mittel 204 Wanderer) und an ruhigen Tagen (Mittwoche, im Mittel 49 Wanderer).
Befunde
Die Hirsche hielten sich sonntags durchweg weiter vom Weg entfernt auf als mittwochs (371 gegenüber 286 m) und legten zwischen den Ortungen größere Strecken zurück (365 gegenüber 308 m). Die Zeit auf der kleinen, dem Weg am nächsten gelegenen Grasfläche war sonntags geringer (6 % gegenüber 13 % der Ortungen). Obwohl 97 % der Wanderer tagsüber unterwegs sind, gab es keinen Hinweis auf ausgleichende Nutzung dieser Grasfläche in der Nacht - das Wild zog stattdessen in höher gelegene Heidemoorbereiche.
Einordnung für die Praxis
Der praktisch wichtigste Punkt: Wild, das äußerlich gewöhnt wirkt, verliert dennoch Äsungszeit auf der besten Fläche - und holt sie nachts nicht nach. Das wirkt auf Kondition und Nahrungszusammensetzung. Für die Revierplanung heißt das, dass wegnahe Äsungsflächen an besucherstarken Tagen faktisch ausfallen; ruhige Ausweichflächen abseits der Wege sind daher keine Reserve, sondern Voraussetzung.
Grenzen der Studie
Acht besenderte Hirsche eines Rudels, nur männliches Wild, nur Mai und Juni. Ortungen im Zweistundenraster zeigen Aufenthaltsorte, keine Äsungszeiten im engeren Sinn; die Folge für die Nahrungszusammensetzung wird von den Autoren als möglich, nicht als gemessen dargestellt.

Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR, kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist der Volltext der Arbeit.

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