Wildbiologische Studie

Road-killed toads as a non-invasive source to study feeding ecology of migrating population

Kurzantwort

416 überfahrene Erdkröten widerlegen eine Annahme: Wandernde Kröten fressen auf dem Weg zum Laichgewässer - in 39 % der Mägen fand sich Beute.

Gilt für
Wildunfälle & Infrastruktur, Monitoring & Methodik, Wildschaden, Äsung & Fütterung; wissenschaftliche Einordnung, keine Rechts- oder Einzelfallberatung
Datenstand
Originalpublikation 2019
Autorinnen & Autoren
Krzysztof Kolenda, Natalia Kuśmierek, Marcin Kadej, Adrian Smolis, Maria Ogielska
Veröffentlichung
European Journal of Wildlife Research 65, 55 (2019)
Verlag
Springer Science and Business Media LLC
Lizenz
CC BY 4.0
Originalarbeit beim Verlag öffnen (DOI) →

Der Volltext liegt beim Verlag. JAGDNAVIGATOR hostet keine PDF-Kopien.

Fressen explosiv laichende Froschlurche zwischen dem Ende des Winterschlafs und dem Abschluss des Laichgeschäfts tatsächlich nicht - und lassen sich Verkehrsopfer zur Klärung nutzen?

Die Studie in Kürze

416 überfahrene Erdkröten widerlegen eine Annahme: Wandernde Kröten fressen auf dem Weg zum Laichgewässer - in 39 % der Mägen fand sich Beute.

Methodik & Datenbasis
Gesammelt wurden 416 Erdkrötenkadaver während der Frühjahrswanderung an zwei Untersuchungsstellen in Südwestpolen. 246 Kadaver (59 %) hatten unbeschädigte Verdauungstrakte aus Magen und Darm; deren Inhalt wurde bestimmt und taxonomisch so weit wie möglich aufgeschlüsselt.
Befunde
In 97 der auswertbaren Tiere (39 %) fand sich Mageninhalt aus Wirbellosenresten, in den Därmen von 180 Tieren (73 %) bereits verdaute Tierreste. Zwischen Männchen und Weibchen sowie zwischen den beiden Untersuchungsstellen gab es keine signifikanten Unterschiede. Insgesamt wurden 290 Beutestücke bestimmt; häufigstes Taxon waren Ameisen, nach dem Dominanzindex konnte die Erdkröte aber nicht als vollständig polyphag eingeordnet werden. Jaccard- und Bray-Curtis-Indizes zeigten eine allgemein geringe Ähnlichkeit der Nahrungszusammensetzung zwischen den Geschlechtern an beiden Stellen. Verkehrsopfer eignen sich damit zur Untersuchung von Nahrungsaktivität und -zusammensetzung.
Einordnung für die Praxis
Zeigt den Erkenntniswert von Fallwild an Straßen ganz konkret: Aus Tieren, die ohnehin verunglückt sind, lässt sich eine verbreitete Lehrmeinung überprüfen - ohne ein einziges lebendes Tier zu berühren. Das ist der Ansatz, der auch bei Schalen- und Raubwild trägt: Fallwild ist Untersuchungsmaterial.
Grenzen der Studie
Zwei Untersuchungsstellen in einer Region, eine Art. Die Autoren halten fest, dass das Verfahren an weiteren Arten geprüft werden sollte. Verkehrsopfer sind zudem keine Zufallsstichprobe der Population - besonders aktive Tiere sind überrepräsentiert.

Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR, kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist der Volltext der Arbeit.

Verwandte Studien

Schwarzwild

Exploring the use of REM in compact hunting grounds comparing site specific to average parameters

Stephanie Wohlfahrt et al. · 2025

Hase & Kaninchen

The diet of free-ranging cats in Dutch open habitats: a species-level insight

Esther Swankhuisen et al. · 2026

Wolf

Landscape of risk: responses of grey wolves to lethal control in a mosaic landscape

Shlomo Preiss-Bloom et al. · 2025

Rotwild

The spatial dynamics of red deer (Cervus elaphus) in fenced Mediterranean landscapes during periods of limited resources

Rafael Villafuerte-Jordan et al. · 2025