Wildbiologische Studie

Sound propagation in forest and habitat desertion in the Western Capercaillie (Tetrao urogallus L.)

Kurzantwort

Verlassene Auerhuhn-Balzplätze in den Pyrenäen klingen anders: Hohe, dichte Bestände mit viel Totholz lassen den Balzruf verhallen und im Grundrauschen untergehen.

Gilt für
Wildbiologie & Ökologie; wissenschaftliche Einordnung, keine Rechts- oder Einzelfallberatung
Datenstand
Originalpublikation 2026
Autorinnen & Autoren
Olga Jordi, Adriano Farina, Angelo Farina, Santi Mañosa
Veröffentlichung
European Journal of Wildlife Research 72, 89 (2026)
Verlag
Springer Science and Business Media LLC
Lizenz
CC BY 4.0
Originalarbeit beim Verlag öffnen (DOI) →

Der Volltext liegt beim Verlag. JAGDNAVIGATOR hostet keine PDF-Kopien.

Verändert die Waldstruktur die Schallübertragung so stark, dass Auerhähne ihre Balzplätze aufgeben?

Die Studie in Kürze

Verlassene Auerhuhn-Balzplätze in den Pyrenäen klingen anders: Hohe, dichte Bestände mit viel Totholz lassen den Balzruf verhallen und im Grundrauschen untergehen.

Methodik & Datenbasis
In neun besetzten und elf verlassenen Balzplätzen im Naturpark Alt Pirineu (Katalonien, Nordostspanien) wurden Waldstruktur und Schallübertragungseigenschaften des Bestands gemessen.
Befunde
Reifegrad-Index, Human Footprint Index und Spatial Integrity Index unterschieden sich zwischen beiden Gruppen nicht. Die verlassenen Bestände hatten größere Oberhöhe, höhere Grundfläche und mehr Volumen an lebenden wie an toten Bäumen. Akustisch zeigten sie höheres Grundrauschen und geringere Streuung des Schalls in horizontaler und vertikaler Ebene - daraus folgten längere Nachhallzeit, höherer Schalldruck und eine langsamer abfallende Abklingkurve. Die Autoren schließen, dass Rauschen und übermäßiger Nachhall den Balzruf verzerren und maskieren.
Einordnung für die Praxis
Für die Habitatpflege im Auerwildrevier heißt das: Äsung und Deckung zu sichern genügt nicht - die akustischen Verhältnisse am Balzplatz gehören dazu. Aufgelichtete, gestufte Bestände, die den Schall streuen, sind demnach günstiger als hohe, dichte Bestände mit hohem Totholzvorrat.
Grenzen der Studie
Verglichen werden besetzte und verlassene Plätze zu einem Zeitpunkt; das ist kein Ursachennachweis, was die Autoren selbst als noch zu bestätigend formulieren. 20 Balzplätze in einem Naturpark sind eine räumlich eng begrenzte Stichprobe.

Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR, kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist das Abstract der Arbeit.

Verwandte Studien

Wildbiologie & Ökologie

Call for a critical review of widespread use of animal tracking devices

Eneko Arrondo & Juan Manuel Pérez-García · 2025

Wildbiologie & Ökologie

Economics of wildlife management-an overview

Ing-Marie Gren et al. · 2018