Wildbiologische Studie

Survival and space use of a restocked Iberian rabbit population in a semi-natural enclosure

Kurzantwort

75 ausgesetzte Wildkaninchen in Südportugal: Nach sechs Monaten lebten noch 35,4 % - Hauptverlustursache waren Greifvögel.

Gilt für
Hase & Kaninchen, Wildunfälle & Infrastruktur, Raumnutzung & Verhalten, Population & Genetik; wissenschaftliche Einordnung, keine Rechts- oder Einzelfallberatung
Datenstand
Originalpublikation 2024
Autorinnen & Autoren
Cláudia Encarnação, Helena Sabino-Marques, Paula Pinheiro, Paulo Célio Alves, António Mira
Veröffentlichung
European Journal of Wildlife Research 71, 3 (2024)
Verlag
Springer Science and Business Media LLC
Lizenz
CC BY 4.0
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Wie überleben und wie verteilen sich Wildkaninchen nach einer Aussetzung, die nach den Empfehlungen der Literatur aufgebaut wurde?

Die Studie in Kürze

75 ausgesetzte Wildkaninchen in Südportugal: Nach sechs Monaten lebten noch 35,4 % - Hauptverlustursache waren Greifvögel.

Methodik & Datenbasis
75 iberische Wildkaninchen wurden in einem 1,7 ha großen, umzäunten halbnatürlichen Aussetzungsgehege in Monchique (Südportugal) freigelassen, dessen Ressourcenangebot dem Umland entsprach. 22 Tiere mit Halsbandsendern (Geschlechterverhältnis 1:1) wurden sechs Monate verfolgt. Ein Teil wurde in vorbereitete Baue eingesetzt, ein Teil in Buschgruppen. Nach 72 Tagen Angewöhnung wurden die Durchlässe des Geheges geöffnet.
Befunde
Die Überlebensraten stabilisierten sich 74 Tage nach der Aussetzung; die geschätzte Überlebenswahrscheinlichkeit am Studienende lag bei 35,4 %. Hauptverlustursache war Prädation durch Greifvögel. Die Streifgebiete stabilisierten sich erst nach 96,4 ± 12,6 Tagen. Nach der Angewöhnungszeit stiegen die maximal zurückgelegten Entfernungen signifikant, die Streifgebiete blieben vor und nach dem Öffnen der Durchlässe aber innerhalb des Geheges - die überlebenden Kaninchen ließen sich also dort nieder. Tiere, die in Baue eingesetzt wurden, hatten signifikant kleinere Kerngebiete; die in Buschgruppen freigelassenen streiften weiter.
Einordnung für die Praxis
Wer Niederwild aussetzt, findet hier konkrete Werte: rund zwei Drittel Verlust in sechs Monaten trotz sorgfältigem Protokoll, und eine Angewöhnungsphase, die mit etwa drei Monaten anzusetzen ist, nicht mit Tagen. Praktisch wichtig ist der Befund zum Aussetzungsort - das Einsetzen in fertige Baue bindet die Tiere an die Fläche, das Freilassen in Deckung führt zu weiterem Streifen.
Grenzen der Studie
Ein Gehege, 75 ausgesetzte Tiere, davon 22 besendert, eine Region in Südportugal. Ob sich der Besatz langfristig hält oder ins Umland ausbreitet, war nach sechs Monaten nicht zu beurteilen.

Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR, kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist das Abstract der Arbeit.

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