Wildbiologische Studie

Survival rates on pre-weaning European hares (Lepus europaeus) in an intensively used agricultural area

Kurzantwort

Nur 35 % der Feldhasen erleben den ersten Lebensmonat - und wer ohne Deckung sitzt, stirbt deutlich häufiger.

Gilt für
Hase & Kaninchen, Raumnutzung & Verhalten, Population & Genetik; wissenschaftliche Einordnung, keine Rechts- oder Einzelfallberatung
Datenstand
Originalpublikation 2020
Autorinnen & Autoren
Ulrich Voigt, Ursula Siebert
Veröffentlichung
European Journal of Wildlife Research 66, 67 (2020)
Verlag
Springer Science and Business Media LLC
Lizenz
CC BY 4.0
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Wie hoch ist die Überlebensrate von Junghasen bis zum Absetzen in einer intensiv genutzten Agrarlandschaft, und woran sterben sie?

Die Studie in Kürze

Nur 35 % der Feldhasen erleben den ersten Lebensmonat - und wer ohne Deckung sitzt, stirbt deutlich häufiger.

Methodik & Datenbasis
Freilebende Junghasen wurden systematisch per Wärmebildtechnik aufgefunden (n = 394) und von der Geburt bis zur fünften Lebenswoche besendert oder markiert (n = 229). Kaplan-Meier-Überlebenskurven wurden insgesamt und getrennt nach Jahreszeit, Geschlecht und Art des Tagesruheplatzes berechnet.
Befunde
Die Überlebensrate besenderter Junghasen lag im ersten Lebensmonat bei 0,35 - für die erste, zweite und dritte Lebenswoche bei 0,63, 0,52 und 0,44. Etwa 21,6 % aller bestätigten Todesfälle traten in den ersten 7 Tagen ein, 50 % in den ersten 13 Tagen. Bis zum Ende der vierten Lebenswoche verteilten sich die Verluste auf Prädation (41,7 %), vermutete Prädation (36,7 %), landwirtschaftliche Arbeiten (11,7 %) und ungeklärte Fälle (10,0 %). Zwischen Geschlechtern und Jahreszeiten gab es keine signifikanten Unterschiede. Deutlich häufiger starben dagegen Junghasen, die als Tagesruheplatz eine Stelle ohne Deckung gewählt hatten.
Einordnung für die Praxis
Die praktisch wichtigste Zahl der Niederwildhege: Zwei Drittel Verlust im ersten Monat, und rund die Hälfte davon in den ersten dreizehn Tagen. Prädation und vermutete Prädation machen zusammen fast 80 % aus, Mähverluste 11,7 % - beides ist über Deckung beeinflussbar. Deckungsstrukturen in der Feldflur wirken hier direkt auf die Überlebensrate, weil der Ruheplatz über Leben und Tod entscheidet.
Grenzen der Studie
Eine intensiv genutzte Agrarlandschaft; Besenderung sehr junger Hasen kann selbst Verluste beeinflussen. Der Anteil „vermuteter Prädation“ von 36,7 % zeigt, dass ein großer Teil der Todesursachen nicht sicher bestimmbar war.

Zusammenfassung von JAGDNAVIGATOR, kein Originaltext der Autorinnen und Autoren. Grundlage ist das Abstract der Arbeit.

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