Wissenschaftliche Originalstudie 2023 Open Access

Parasitic Helminths and Freshwater Fish Introduction in Europe: A Systematic Review of Dynamic Interactions

Eine systematische Übersicht über 199 Arbeiten zu parasitischen Würmern (Helminthen) von Süßwasserfischen bei Arteinführungen in Europa kommt zu dem Schluss, dass nicht heimische Fische die Ausbreitung heimischer und früher eingeführter Parasiten tendenziell fördern (Spillback-Effekt).

Autoren: Anaïs Esposito (ORCID), Joséphine Foata, Yann Quilichini

Fishes , Band 8 , Art.-Nr. 450 (2023) · MDPI AG

Kurzantwort

Eine systematische Übersicht über 199 Arbeiten zu parasitischen Würmern (Helminthen) von Süßwasserfischen bei Arteinführungen in Europa kommt zu dem Schluss, dass nicht heimische Fische die Ausbreitung heimischer und früher eingeführter Parasiten tendenziell fördern (Spillback-Effekt).

Gilt für
Fischereibiologie, Gewässerökologie und Bestandsmanagement
Datenstand
2023
Primärquellen
Fishes

Wissenschaftliche Einordnung & Kernaussagen

1. Fragestellung & Forschungsfokus

Die Übersicht soll die parasitologischen Folgen der Einführung von Süßwasserfischen in Europa breit darstellen und an gut untersuchten Fällen mit Helminthen zeigen, auch an zoonotischen Parasiten mit möglichen Gesundheitsrisiken für Menschen.

2. Methodik & Versuchsaufbau

Systematische Literaturübersicht nach den PRISMA-Leitlinien im europäischen Maßstab, gestützt auf Zeitschriften in Web of Science, Scopus und PubMed, ohne Anfangsdatum bis zum 2. November 2022. Auf 1044 Artikel wandten die Autoren Ein- und Ausschlusskriterien an; ausgewertet sind 199 Artikel mit 969 Parasit-Wirt-Interaktionen.

3. Zentrale Erkenntnisse

Die meisten erfassten Wirt-Parasit-Interaktionen entfielen auf ponto-kaspische Grundeln (Gobiidae, 326), gefolgt von Perccottus glenii (146). Am meisten Aufmerksamkeit fand mit 79 Artikeln der asiatische Fadenwurm Anguillicola crassus; seinen Übergang auf den Europäischen Aal (Anguilla anguilla) nennen die Autoren den auffälligsten Fall eines Spillover. Gemeldet wurde er aus 35 paratenischen Wirtsarten aus 12 Familien. Einen Verdünnungseffekt fanden die Autoren nicht dokumentiert, was sein Fehlen in Europa nicht belegt.

4. Bedeutung für Praxis, Hege & Gewässerschutz

Die Autoren folgern, dass der Gewinn neuer, nicht heimischer Wirtsfische durch in Europa vorhandene zoonotische Parasiten berücksichtigt werden sollte. Angesichts der wachsenden Beliebtheit von Gerichten mit rohem oder leicht mariniertem Fisch verdiene das Thema mehr Aufmerksamkeit. Insellebensräume sollten künftig stärker untersucht werden.

5. Grenzen der Studie & Modellannahmen

Ältere Nachweise von Anguillicola crassus fehlen, weil sie falsch bestimmt oder nicht auf Englisch verfügbar waren. Alle Artikel sichtete dieselbe Person, und die Übersicht wurde nicht registriert. Berücksichtigt sind nur wild gefangene Fische mit natürlichen Infektionen im Süßwasser.

Relevante Fischarten

Zugeordnete Fachgebiete

Bibliografische Angaben

Originaltitel Parasitic Helminths and Freshwater Fish Introduction in Europe: A Systematic Review of Dynamic Interactions
Autoren Anaïs Esposito, Joséphine Foata, Yann Quilichini
Fachjournal Fishes
Erscheinungsjahr 2023
Band / Ausgabe 8
Artikel-Nummer / Seiten 450
Verlag MDPI AG
DOI 10.3390/fishes8090450
Lizenz CC BY 4.0
Methodentyp systematische-uebersicht

Original-Abstract (Englisch)

Vollständigen englischen Abstract anzeigen

The introduction of non-native freshwater fish is a primary cause of aquatic biodiversity loss at global scale. Such introductions have a severe impact on freshwater ecosystems in terms of competition, predation, habitat alteration, genetic pollution and transmission of diseases and parasites. A systematic review was conducted on the helminths parasites of freshwater fish in the context of species introduction and a total of 199 publications were retrieved between 1969 and November 2022. Several scenarios may arise when a new fish species arrive in a recipient area. Non-native fish hosts can co-introduce their parasites without transmitting them to native fish (e.g., the case of North American Centrarchidae and their Monogenea parasites). Another possible outcome is the transfer of these parasites to the native fish fauna (spillover, e.g., the cases of the Nematoda Anguillicola crassus Kuwahara, Niimi & Itagaki, 1974 and the Monogenea Gyrodactylus salaris Malmberg, 1957). Reciprocally, non-native fish hosts may acquire parasites in their new distribution range whether these parasites are native or were previously introduced (e.g., the cases of Ponto-Caspian Gobiidae and the Chinese sleeper Perccottus glenii Dybowski, 1877). Acquired parasites can then be spilled back to the native fauna. This phenomenon is of particular interest when non-native fish hosts influence the dynamics of zoonotic parasites.

Redaktionelle Prüfung & Urheberschaft

Die deutsche Zusammenfassung dieser Studie wurde mit einem KI-Sprachmodell aus dem begutachteten Originalartikel erstellt. Die redaktionelle Prüfung am Original durch Wolfgang Spiess-Knafl steht aus.

Stand der Zusammenfassung: 2026-10-10 Prüfstand: in redaktioneller Prüfung Quelle: Begutachtete Primärquelle