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Glossar der Angelfachbegriffe & Fischereisprache
Kurzantwort
39 Begriffe der Fischerei- und Angelsprache, gegliedert nach Themenfeldern sowie DACH-Rechtsräumen.
Die Fischereisprache verbindet biologische Fachbegriffe, handwerkliche Gerätekunde und regional unterschiedliche Rechtsbegriffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wo Bezeichnungen zwischen den Ländern abweichen, ist dies beim jeweiligen Begriff vermerkt.
Angelmethoden & Techniken
- # Spinnfischen
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Aktives Angeln mit Kunstködern (Blinker, Spinner, Wobbler, Gummifische), die durch ständiges Einholen und Führen Raubfische zum Anbiss reizen.
- # Fliegenfischen
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Klassische Methode, bei der das Eigengewicht der speziellen Fliegenschnur den nahezu gewichtslosen Köder (Trockenfliege, Nymphe, Streamer) auf Weite bringt.
- # Ansitzangeln
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Stationäres Angeln von einem festen Uferplatz aus mit Grund- oder Posenmontage, oft über längere Zeiträume (z. B. auf Karpfen, Schleie, Aal).
- # Feederangeln
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Grundangeltechnik mit speziellem Futterkorb (Feeder), der Lockfutter direkt am Hakenköder freisetzt. Sehr sensible Bisserkennung über die Zitterspitze.
- # Schleppangeln (Trolling)
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Führen von Kunst- oder Naturködern hinter einem sich langsam bewegenden Boot, oft unterstützt durch Downrigger oder Scherbretter (Planerboards).
- # Vertikalangeln
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Direktes Führen des Köders senkrecht unter dem Boot oder Steg, oft in Kombination mit Echolot zur punktgenauen Zander- und Barschangelei.
- # Dropshot
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Finesse-Montage, bei der der Haken direkt auf die Hauptschnur bzw. das Vorfach gebunden wird und das Blei am Schnurende über Grund hüpft.
- # Carolina-Rig
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Finesse-Montage mit freilaufendem Bullet-Blei, Glassperle und langem Fluorocarbon-Vorfach für schwereloses Köderspiel am Gewässergrund.
- # Texas-Rig
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Krautresistente Montage mit Bullet-Blei direkt vor einem Offset-Haken, dessen Hakenspitze im Gummiköder versenkt ist.
Gerätekunde & Tackle
- # Blank
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Der unberingte, rohe Rutenkörper, meist aus hochmoduliger Kohlefaser (Carbon) oder Glasfaser gefertigt.
- # Wurfgewicht (WG)
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Der vom Hersteller angegebene optimale Gewichtsbereich für Köder und Beschwerung, bei dem sich die Rute im Wurf ideal auflädt.
- # Rutenaktion
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Biegecharakteristik des Blanks unter Last: Spitzenaktion (Fast/Extra Fast), semiparabolische Aktion (Medium/Moderate) oder vollparabolische Aktion (Slow).
- # Stationärrolle
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Weit verbreiteter Rollentyp mit feststehender Spule und rotierendem Schnurfangbügel. Universell einsetzbar für feine und mittlere Methoden.
- # Baitcaster
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Kompakte Multirolle mit mitdrehender Spule, die oben auf der Rute sitzt. Bietet präzise Wurf- und Köderkontrolle bei schweren Jerkbaits und Swimbaits.
- # Fluorocarbon (PVDF)
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Fluorpolymer-Schnur mit fast identischem Lichtbrechungsindex wie Wasser (~1,42). Im Wasser nahezu unsichtbar, extrem abriebfest und dehnungsarm.
- # Geflochtene Schnur (PE)
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Aus Polyethylenfasern (z. B. Dyneema) geflochtene Hauptschnur mit minimaler Dehnung und sehr hoher Tragkraft bei geringem Durchmesser.
- # Vorfach
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Das Endstück der Schnur vor dem Haken. Schützt vor Fischzähnen (Stahl/Titan), scharfen Kanten (Fluorocarbon) oder federt Fluchten ab (Monofil).
- # Offset-Haken
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Speziell gekröpfter Haken für Gummiköder, bei dem die Hakenspitze bündig im Köderrücken liegt, um Hänger in Kraut und Holz zu vermeiden.
Fischschonung & Waidgerechtigkeit
- # Waidgerechtes Töten
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Tierschutzkonforme Betäubung und Tötung: Zuerst wirksamer Betäubungsschlag auf das Schädeldach, unmittelbar danach Entblutung durch Herzstich oder Kiemenschnitt.
- # Schonhaken (Barbless)
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Haken ohne Widerhaken oder mit angedrücktem Widerhaken. Ermöglicht schnelles, gewebeschonendes Lösen untermaßiger oder geschonter Fische.
- # Gummierter Kescher
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Unterfangkescher mit gummiertem Netzgeflecht, das die empfindliche Schleimhaut des Fisches schützt und Verhaken von Drillingen verhindert.
- # Abhakmatte (Cradle)
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Gepolsterte, nasse Unterlage zur schonenden Versorgung, Vermessung und Hakenlösung von Fischen an Land.
- # Entnahmefenster (Küchenfenster)
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Bewirtschaftungsmodell, bei dem Fische nur innerhalb einer definierten Mindest- und Maximalgröße entnommen werden dürfen (Schutz kapitaler Laichtiere).
- # Catch & Release
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Zurücksetzen gefangener Fische. Unterliegt im DACH-Raum differenzierten tierschutzrechtlichen und fischereilichen Bestimmungen.
- # Arterienklemme
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Chirurgische Klemme mit Rastmechanismus, die das präzise Fassen und Lösen von Haken im Fischmaul erleichtert.
Gewässerkunde & Biologie
- # Forellenregion (Epirhithral)
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Oberste Fließgewässerregion: Kaltes, sauerstoffreiches, schnell strömendes Gebirgswasser mit grobem Kiesgrund. Leitfisch: Bachforelle.
- # Äschenregion (Metarhithral)
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Fließgewässerabschnitt mit hoher Strömung, kühlem Wasser und feinerem Kies. Leitfische: Äsche, Bachforelle, Huchen.
- # Barbenregion (Epipotamal)
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Mittellauf größerer Flüsse mit mäßiger Strömung, sandig-kiesigem Grund und sommerlicher Erwärmung. Leitfisch: Barbe.
- # Brachsenregion (Metapotamal)
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Langsam fließender Unterlauf und Tieflandflüsse mit schlammigem Grund, höherer Trübung und reichem Pflanzenwuchs. Leitfische: Brachse, Zander, Hecht.
- # Sprungschicht (Thermokline)
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Übergangszone in tiefen Seen zwischen warmem, lichtdurchflutetem Oberflächenwasser (Epilimnion) und kaltem Tiefenwasser (Hypolimnion).
- # Solunar-Theorie
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Von John Alden Knight in den 1930er-Jahren aufgestellte Annahme, Aktivitäts- und Beißfenster von Fischen ließen sich aus Mondphase, Mondauf- und -untergang sowie Sonnenstand berechnen. Eine belastbare wissenschaftliche Bestätigung steht bis heute aus. FISCHNAVIGATOR gibt deshalb Mondphase und Sonnenzeiten als astronomische Werte aus, leitet daraus aber keine Beißprognose ab.
- # Anadrom
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Wanderfische, die im Süßwasser schlüpfen, im Meer aufwachsen und zum Laichen in Flüsse zurückkehren (z. B. Atlantischer Lachs, Meerforelle).
- # Katadrom
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Wanderfische, die im Süßwasser aufwachsen und zum Laichen ins Meer wandern (z. B. Europäischer Aal in die Sargassosee).
Recht & Lizenzen in AT, DE und CH
- # Fischereischein (Angelschein)
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Behördlicher Nachweis der Sachkunde nach bestandener Fischereiprüfung.
Österreich: In Österreich als Fischerkarte oder Landesfischerkarte durch den Landesfischereiverband bzw. die Bezirkshauptmannschaft ausgestellt.
Deutschland: In Deutschland amtlicher Fischereischein der Unteren Fischereibehörde (Lebenszeit- oder Jahresfischereischein).
Schweiz: In der Schweiz als Sachkundenachweis (SaNa-Ausweis) bundesweit geregelt.
- # Erlaubnisschein (Gewässerkarte)
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Privatrechtliche Genehmigung des Fischereirechtsinhabers oder Pächters zur Ausübung an einem konkreten Gewässerabschnitt (Tages-, Wochen- oder Jahreskarte).
Österreich: Wird in Österreich meist Fischergastkarte oder Lizenz genannt.
Deutschland: In Deutschland als Angelkarte, Tageskarte oder Erlaubnisschein bezeichnet.
Schweiz: In Patentkantonen als kantonales Patent gelöst, in Revierkantonen als Pacht-/Gastkarte.
- # SaNa-Ausweis
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Schweizerischer Sachkundenachweis Fischerei. Voraussetzung für den Erwerb von Angelpatenten ab einem Monat Gültigkeit.
Österreich: Entspricht der österreichischen Fischerkarten-Ausbildung.
Deutschland: Entspricht dem deutschen Fischereischein mit Fischerprüfung.
Schweiz: Bundesweit anerkannter Ausweis des Schweizerischen Fischerei-Verbandes (SFV).
- # Schonzeit
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Gesetzlich festgelegter Zeitraum, in dem eine Fischart zum Schutz der natürlichen Fortpflanzung (Laichzeit) nicht beangelt oder entnommen werden darf.
Österreich: Geregelt in den 9 Landesfischereiverordnungen der österreichischen Bundesländer.
Deutschland: Geregelt in den Landesfischereiverordnungen der 16 deutschen Bundesländer.
Schweiz: Geregelt in den kantonalen Fischereigesetzen und Ausführungsbestimmungen.
- # Mindestmaß (Brittelmaß)
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Gesetzlich vorgeschriebene Mindestlänge (von der Kopfspitze bis zum äußersten Ende der Schwanzflosse), ab der ein Fisch entnommen werden darf.
Österreich: In Österreich traditionell auch als Brittelmaß bezeichnet.
Deutschland: In Deutschland als Mindestmaß in Zentimetern festgelegt.
Schweiz: In den kantonalen Schonbestimmungen als Mindestfangmaß definiert.
- # Freiangelrecht
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Traditionelles Recht, an bestimmten öffentlichen Gewässern ohne Erlaubnisschein mit einer einfachen Rute vom Ufer aus zu angeln.
Österreich: In Österreich an wenigen öffentlichen Großgewässern historisch geregelt.
Deutschland: In Deutschland nur in einzelnen Bundesländern (z. B. an Meeresküsten oder in Bremen als Stockangelschein) existent.
Schweiz: In der Schweiz an vielen großen Seen (z. B. Zürichsee, Vierwaldstättersee) vom Ufer mit einer Angelrute ohne Widerhaken gestattet.