Wissenschaftliches Themendossier

Gewässerökologie & Renaturierung

Systematische Sammlung von 12 begutachteten Forschungsarbeiten und Metastudien aus internationalen Fachjournalen zum Schwerpunkt Gewässerökologie & Renaturierung.

Worum es in diesem Themenfeld geht

Gewässerökologie beschreibt, warum ein Gewässer die Fische trägt, die es trägt: Strömung, Substrat, Temperatur, Sauerstoff, Struktur und Durchgängigkeit. Für Angler ist das die Erklärung hinter dem Standplatz.

Die Arbeiten dieses Dossiers behandeln Renaturierung, Habitatqualität, Drift von Fischbrut, den Einfluss von Querbauwerken und die Frage, welche Maßnahmen tatsächlich messbar wirken.

Die Grenze liegt im Maßstab: Ergebnisse aus einem Flusssystem lassen sich selten unbesehen auf ein anderes übertragen. Wo eine Arbeit das ausdrücklich einschränkt, steht es in ihrer Zusammenfassung.

Im Portal dazu Gewässerverzeichnis

Behandelte Fischarten im Dossier

Enthaltene Forschungsarbeiten (12)

Reviews in Fish Biology and Fisheries 2026 Open Access

Climate change impacts on fish-related ecosystem services: synthesis, network analysis, and strategic pathways for coordinated adaptation

Afrifa-Yamoah et al.

Die Übersicht zeigt, wie der Klimawandel fischbezogene Ökosystemleistungen in Meer und Süßwasser schwächt, und ordnet sieben Anpassungsstrategien in einer qualitativen Netzwerkanalyse. Frühwarnsysteme und digitale Technik gelten als vorrangig, internationale Governance als Hauptengpass.

Reviews in Fish Biology and Fisheries 2026 Open Access

Fish volitional and non-volitional swimming performance for fishway design: an evidence-based review

Jeremy et al.

Die systematische Übersicht wertet 167 Veröffentlichungen zur Schwimmleistung von Fischen für die Planung von Fischaufstiegsanlagen aus. Erzwungene Versuche wie im Schwimmtunnel wurden häufiger eingesetzt (84 %) als freiwillige, lieferten aber vorsichtigere Schätzwerte.

Reviews in Fish Biology and Fisheries 2026 Open Access

Understanding the multiple drivers fostering freshwater fish phylogenetic diversity across China and adjacent areas

Mao et al.

Eine makroökologische Analyse von 2.063 Süßwasserfischarten in 165 hydrologischen Einheiten Chinas und angrenzender Gebiete zeigt, dass die klimatische und geologische Geschichte die phylogenetische Vielfalt stark prägt. Auf regionaler Ebene gewinnen räumliche Prozesse an Gewicht.

Reviews in Fish Biology and Fisheries 2025 Open Access

Building climate-smart fisheries in Australia: insights from climate and ecosystem status reports

Brodie et al.

Die Arbeit stellt Klima- und Ökosystemberichte vor, die 2023–2024 an 10 australische Commonwealth-Fischereien gingen, und fasst 6 Lehren aus ihrer Entwicklung zusammen. Die Autoren sehen darin ein wichtiges Werkzeug für die Anpassung der Fischwirtschaft an sich rasch wandelnde Meere.

Reviews in Fish Biology and Fisheries 2025 Open Access

Contrasting tropical marine herbivorous fish catches between the Indo-Pacific and Western Atlantic

Lutzenkirchen et al.

Fangdaten aus 69 Ausschließlichen Wirtschaftszonen zeigen, dass Rifffläche und Bevölkerungsdichte an der Küste die Fänge pflanzenfressender Fische am besten vorhersagen. Der Unterschied zwischen Indopazifik und Westatlantik geht vor allem auf die Fänge von Kaninchenfischen zurück.

Science of The Total Environment 2024 Open Access

Microplastics in commercial marine fish species in the UK – A case study in the River Thames and the River Stour (East Anglia) estuaries

Horton et al.

Die Fallstudie an 53 Fischen aus den Mündungen von Themse und Stour (East Anglia) ergab, dass 41,5 % mindestens ein Mikroplastikpartikel aufgenommen hatten. Größere und schwerere Fische enthielten mehr Partikel; Fluss, Fangplatz, Art und Lebensraum machten keinen signifikanten Unterschied.

Fishes 2023 Open Access

Parasitic Helminths and Freshwater Fish Introduction in Europe: A Systematic Review of Dynamic Interactions

Esposito et al.

Eine systematische Übersicht über 199 Arbeiten zu parasitischen Würmern (Helminthen) von Süßwasserfischen bei Arteinführungen in Europa kommt zu dem Schluss, dass nicht heimische Fische die Ausbreitung heimischer und früher eingeführter Parasiten tendenziell fördern (Spillback-Effekt).

Reviews in Fish Biology and Fisheries 2016 Open Access

Patterns and processes in the drift of early developmental stages of fish in rivers: a review

Lechner et al.

Die Übersichtsarbeit wertet die Literatur zur Verdriftung früher Entwicklungsstadien von Flussfischen aus. Nach den Autoren driften diese Stadien, abgesehen von Eiern, weder rein passiv noch rein aktiv; ein allgemeines Verständnis der Fischdrift sehen sie noch weit entfernt.