Wissenschaftliche Originalstudie 2016 Open Access

Patterns and processes in the drift of early developmental stages of fish in rivers: a review

Die Übersichtsarbeit wertet die Literatur zur Verdriftung früher Entwicklungsstadien von Flussfischen aus. Nach den Autoren driften diese Stadien, abgesehen von Eiern, weder rein passiv noch rein aktiv; ein allgemeines Verständnis der Fischdrift sehen sie noch weit entfernt.

Autoren: Aaron Lechner, Hubert Keckeis, Paul Humphries

Reviews in Fish Biology and Fisheries , Band 26 , Art.-Nr. 471-489 (2016) · Springer Science and Business Media LLC

Kurzantwort

Die Übersichtsarbeit wertet die Literatur zur Verdriftung früher Entwicklungsstadien von Flussfischen aus. Nach den Autoren driften diese Stadien, abgesehen von Eiern, weder rein passiv noch rein aktiv; ein allgemeines Verständnis der Fischdrift sehen sie noch weit entfernt.

Gilt für
Fischereibiologie, Gewässerökologie und Bestandsmanagement
Datenstand
2016

Wissenschaftliche Einordnung & Kernaussagen

1. Fragestellung & Forschungsfokus

Die Autoren wollen verstehen, warum, wie und wo junge Flussfische driften und wie sie dabei mit dem Fluss als Lebensraum zusammenwirken. Besonders achten sie auf die driftenden Fischgruppen und Lebensstadien und auf jahres- und tageszeitliche Muster.

2. Methodik & Versuchsaufbau

Literaturübersicht mit Suche in Google Scholar, Web of Science und Scopus. Die Autoren werteten 60 begutachtete Veröffentlichungen von 1972 bis 2014 nach einem Konzept zur Bewegung von Organismen aus. Sie betreffen 54 Flüsse auf 4 Kontinenten, meist in Nordamerika und Europa; 89 % waren Feldstudien, davon 85 % mit stationären Driftnetzen.

3. Zentrale Erkenntnisse

Pelagophile Fische geben schwebende oder halb schwebende Eier ab, die sofort in die Strömung gelangen und passiv driften. Das Verhältnis driftender Fische zwischen Tag und Nacht reicht in den ausgewerteten Arbeiten von 1:1,3 bis 1:190; die Autoren führen die Unterschiede am ehesten auf die Lichtstärke zurück. Drifteintritt bei Nacht oder starker Trübung kann ein Weg sein, sichtorientierten Fressfeinden auszuweichen. Frühe Stadien driften nach den Autoren, abgesehen von Eiern, meist in einer Mischform aus passiver und aktiver Drift.

4. Bedeutung für Praxis, Hege & Gewässerschutz

Kenntnisse der Drift geben nach den Autoren Auskunft über Laichplätze und Laicherfolg, wichtig für den Flussschutz. Flussbegradigung und Abflussregulierung stören die Ansiedlung in Ufernähe und gefährden driftende Fische an Wasserentnahmen. Die mittlere Driftstrecke könnte die Ausweisung von Schutzgebieten unterhalb bekannter Laichplätze beeinflussen.

5. Grenzen der Studie & Modellannahmen

Die Arbeiten stammen meist aus Flüssen der gemäßigten Zone in Nordamerika und Europa; auch spekulative Schlüsse der Studienautoren gingen ein. Die Ursachen des Tagesgangs der Drift sind unsicher. Stationäre Driftnetze, die häufigste Methode, halten die Autoren für ungeeignet, die offenen Fragen zu klären.

Relevante Fischarten

Zugeordnete Fachgebiete

Bibliografische Angaben

Originaltitel Patterns and processes in the drift of early developmental stages of fish in rivers: a review
Autoren Aaron Lechner, Hubert Keckeis, Paul Humphries
Fachjournal Reviews in Fish Biology and Fisheries
Erscheinungsjahr 2016
Band / Ausgabe 26
Artikel-Nummer / Seiten 471-489
Verlag Springer Science and Business Media LLC
DOI 10.1007/s11160-016-9437-y
Lizenz CC BY 4.0
Methodentyp systematische-uebersicht

Redaktionelle Prüfung & Urheberschaft

Die deutsche Zusammenfassung dieser Studie wurde mit einem KI-Sprachmodell aus dem begutachteten Originalartikel erstellt. Die redaktionelle Prüfung am Original durch Wolfgang Spiess-Knafl steht aus.

Stand der Zusammenfassung: 2026-10-10 Prüfstand: in redaktioneller Prüfung Quelle: Begutachtete Primärquelle