Movements of dead fish in rivers
In einem Telemetrieversuch in drei deutschen Flüssen trieben tote Smolts des Atlantischen Lachses (Salmo salar) bis zu 2,4 km und tote Blankaale des Europäischen Aals (Anguilla anguilla) mindestens bis zu 30,1 km flussabwärts. Dadurch können tote Fische als lebend gelten.
Kurzantwort
In einem Telemetrieversuch in drei deutschen Flüssen trieben tote Smolts des Atlantischen Lachses (Salmo salar) bis zu 2,4 km und tote Blankaale des Europäischen Aals (Anguilla anguilla) mindestens bis zu 30,1 km flussabwärts. Dadurch können tote Fische als lebend gelten.
Wissenschaftliche Einordnung & Kernaussagen
1. Fragestellung & Forschungsfokus
Die Autoren wollten klären, wie weit tote Fische in Flüssen flussabwärts treiben können. Anlass ist, dass Telemetriestudien einen sich bewegenden Fisch meist als lebend und einen lange ortsfesten Fisch als tot werten.
2. Methodik & Versuchsaufbau
Freilandversuch mit Radiosendern an den Wasserkraftwerken Unkelmühle (Sieg), Gengenbach (Kinzig) und Kuhlemühle (Diemel). Die Autoren setzten 60 tote Lachssmolts im April 2015 und 55 tote Blankaale im Oktober 2014 sowie im Oktober und November 2015 aus, unter anderem im Unterwasser, auf einer Turbine und in einer Wasserkraftschnecke.
3. Zentrale Erkenntnisse
Tote Smolts trieben bis zu 2,4 km flussabwärts, tote Aale mindestens bis zu 30,1 km. Aus der Wasserkraftschnecke heraus waren es bis zu 1,1 km (Smolts) und mindestens 5,1 km (Aale). Die meisten Smolts kamen binnen 1 Woche zum Stillstand, während Aale oder ihre Sender über Wochen bis Monate weitertrieben, zuletzt nach 108 Tagen. Die mediane Driftstrecke der Aalgruppen lag zwischen 0,5 und 14,6 km. 30 % der Smolts und 16 % der Aale bewegten sich flussaufwärts oder verschwanden, was auf Aasfresser hindeutet.
4. Bedeutung für Praxis, Hege & Gewässerschutz
Die Autoren folgern, dass Untersucher bei Planung und Auswertung von Telemetriestudien mit flussabwärts treibenden toten Fischen oder Sendern rechnen sollten. Die Sterblichkeit von Blankaalen zu bewerten, erfordert nach ihren Ergebnissen ein größeres Untersuchungsgebiet als bei Lachssmolts. Ausgesetzte tote Fische können als Kontrollgruppe dienen.
5. Grenzen der Studie & Modellannahmen
Die 30,1 km bei den Aalen sind ein Mindestwert, weil unterhalb der Mündung der Kinzig in den Rhein keine Ortung möglich war. Den Einfluss des Abflusses halten die Autoren wegen verschiedener Aussetzorte und kleiner Gruppen für schwer zu beurteilen. Die Driftstrecken sind nicht ohne Weiteres auf andere Orte übertragbar.
Relevante Fischarten
Zugeordnete Fachgebiete
Bibliografische Angaben
| Originaltitel | Movements of dead fish in rivers |
|---|---|
| Autoren | T. B. Havn, F. Økland, M. A. K. Teichert, L. Heermann, J. Borcherding, S. A. Sæther, M. Tambets, O. H. Diserud, E. B. Thorstad |
| Fachjournal | Animal Biotelemetry |
| Erscheinungsjahr | 2017 |
| Band / Ausgabe | 5 |
| Artikel-Nummer / Seiten | 7 |
| Verlag | Springer Science and Business Media LLC |
| DOI | 10.1186/s40317-017-0122-2 |
| Lizenz | Open Access (Verlags-Lizenz) |
| Methodentyp | biotelemetrie |
Redaktionelle Prüfung & Urheberschaft
Die deutsche Zusammenfassung dieser Studie wurde mit einem KI-Sprachmodell aus dem begutachteten Originalartikel erstellt. Die redaktionelle Prüfung am Original durch Wolfgang Spiess-Knafl steht aus.