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Gestalt und Erkennungsmerkmale

Der Pollack (Pollachius pollachius), auch Steinköhler genannt, ist ein eleganter Meeresräuber aus der Familie der Dorsche (Gadidae). Er besitzt einen wohlproportionierten, muskulösen Körper. Der Rücken ist olivbraun bis dunkelbraun gefärbt, die Flanken schimmern in einem prachtvollen, warmen Gold- bis Kupferton, der Bauch ist schmutzig weiß. Unverwechselbares Hauptmerkmal ist die dunkle, über den Brustflossen stark nach oben geschwungene Seitenlinie. Der spitze Unterkiefer ragt weit und markant über den Oberkiefer hinaus (stark oberständiges Maul). Eine Kinnbartel fehlt bei adulten Tieren vollständig. Die Augen sind groß und dunkel.

Laichzeit und Fortpflanzung

Die Laichzeit findet im späten Winter und Frühjahr von Januar bis Mai statt. Die Fische laichen küstennah in Tiefen von 50 bis 100 Metern bei Wassertemperaturen um 8 bis 10 Grad Celsius ab. Die Eier sind pelagisch und treiben frei in der Wassersäule. Nach dem Schlupf wachsen die Jungfische im seichten Uferbereich in Tang- und Seegraswiesen auf, wo sie sich von Kleinkrebsen und Flohkrebsen ernähren, ehe sie mit zunehmendem Alter den tieferen Felsgrund aufsuchen.

Gewässer und Lebensraum

Der Pollack bevorzugt wärmere, salzreiche Gewässer als der Köhler. Er ist weit verbreitet im östlichen Atlantik von Norwegen über die Britischen Inseln und die Biskaya bis nach Portugal; in der Nordsee kommt er an steinigen Wracks und Riffen vor, in der Ostsee fehlt er. Er ist ein extremer Struktur- und Felsfisch: Steile Felskanten ('Schärenwände'), Tangwälder (Kelp), Riffe und Schiffswracks in Tiefen von 10 bis 50 Metern sind seine bevorzugten Reviere.

Angelmethoden und Montagen

Das Spinnfischen auf Pollack mit leichtem bis mittelschwerem Gerät (Wurfgewicht 30 bis 80 g) an Steilwänden und Riffen gilt als eine der sportlichsten Disziplinen des Meeresangelns überhaupt. Gefischt wird mit schlanken Gummifischen (10 bis 15 cm) an Bleiköpfen von 20 bis 60 g. Der Köder wird dicht an die überhängenden Felswände oder in die Tangfelder geworfen und gleichmäßig, mit gelegentlichen Spinn-Stopps, durch die Wassersäule eingeholt. Auch das Schleppangeln mit Tiefläufer-Wobblern entlang der Schärenkanten ist hocheffektiv.

Fischschutz und Schonbestimmungen

Regional unterschiedlich genutzt. Schonmaß setzt der Küstenstaat, nicht dieser Steckbrief.

Speisewert und Verwertung

Festes, helles Filet. In der Küche oft mit Köhler verwechselt, im Bestand aber eine eigene Art.

Verwechslungsarten und sichere Bestimmung

Sehr häufige Verwechslung mit dem Köhler (Seelachs). Unterscheidung: Der Pollack hat eine geschwungene, dunkle Seitenlinie (Köhler: gerade, weiße Seitenlinie), eine gold-kupferne Färbung (Köhler: schwarz-grün-silbern) und keine Bartel. Der Kabeljau besitzt eine gefleckte Musterung, einen vorstehenden Oberkiefer und eine deutliche Bartel.

Der Fisch im Jahresverlauf

Im Frühjahr (April/Mai) ziehen die Fische nach dem Laichen wieder dicht an die flachen Schärenfelsen und Riffe. Die Sommermonate von Juni bis September bieten optimale Bedingungen für Spinnangler an den Kelpwäldern, besonders in den Dämmerungsstunden. Im Spätherbst (Oktober/November) wandern größere Exemplare in tiefere Riffzonen ab.

Schonende Landung und Hakenlösung

Gelandete Fische müssen sofort gekehlt werden. Beim Hakenlösen im seichten Wasser ist schnelles Zurücksetzen möglich, da Pollacks aus Tiefen unter 20 Metern kaum unter Barotrauma leiden.

Köderwahl und saisonale Taktik

Naturfarbene Softbaits in Braun, Motoroil, Japanrot, Glitter-Oliv und Sandaal-Dekor sind unschlagbar, da sie die im Kelp lebenden Beutetiere imitieren. Bei trübem Wasser bringen Fluo-Paddles oder UV-aktive Schwänze zusätzliche Reize. Schlanke Zink- oder Blei-Meerforellenblinker funktionieren beim Weitwerfen an exponierten Brandungskanten hervorragend.

Drill, Landung und schonendes Handling

Der Drill eines Pollacks ist legendär: Unmittelbar nach dem Biss unternimmt der Fisch eine rasante, kompromisslose Flucht senkrecht nach unten in den scharfkantigen Tangwald oder in Felsspalten. Gelingt es dem Angler in den ersten drei Sekunden nicht, den Fisch mit harter Rutenaktion und blockierter Bremse vom Grund wegzuhalten, reißt die Schnur unweigerlich an den scharfen Muscheln und Felsen ab ('festgefahren'). Ist die erste Flucht pariert, lässt sich der Fisch meist sicher an die Oberfläche pumpen. Landung mit dem Kescher.

Küchenpraxis und kulinarische Verwertung

Das Fleisch des Pollacks ist schneeweiß, fest, feinfaserig und besitzt einen sehr dezenten, edlen und mageren Geschmack, der von vielen Kennern höher geschätzt wird als der des Kabeljaus oder Seelachses. Es eignet sich vorzüglich zum Braten im Ganzen oder als Filet, Dämpfen, Pochieren, für Fischterrinen oder klassisches 'Fish and Chips'. Da das Fleisch schnell an Frische verliert, sollte es zeitnah verarbeitet werden.

Bestandslage und Gefährdung

Die Bestände an den europäischen Felsküsten gelten als mäßig stabil; die Art unterliegt in vielen Ländern Mindestmaßen (z.B. 30 bis 40 cm in Norwegen). Da der Pollack standorttreu an Riffen und Wracks lebt, kann lokaler Überfischungsdruck durch Langleinen und Stellnetze zu Einbrüchen führen.

Was gilt für Pollack in meinem Rechtsraum?

Für Pollack ist bisher in keinem Rechtsraum eine Schonzeit oder ein Mindestmaß mit Fundstelle hinterlegt. Das bedeutet nicht, dass keine gelten. Maßgeblich ist die Fischereiverordnung des Bundeslandes beziehungsweise Kantons und der Erlaubnisschein des Bewirtschafters.

36 Rechtsräume noch nicht erfasst – Liste anzeigen

Für diese Rechtsräume liegt im Portal noch kein belegter Wert vor. Das ist keine Aussage über die Rechtslage dort. Bitte in der amtlichen Verordnung nachsehen.

Verbindlich sind ausschließlich die jeweils geltenden amtlichen Regelungen sowie der Erlaubnisschein für das befischte Gewässer. FISCHNAVIGATOR gibt diese Angaben wieder und bietet keine Rechtsberatung.

Methoden auf Pollack

Meere

Angelziele

Häufige Fragen zu Pollack

Ist Pollack dasselbe wie Seelachs?

Im Handel wird der Name unscharf verwendet. Fachlich ist Pollack Pollachius pollachius, Seelachs meist der Köhler.

Wo fängt man Pollack?

An Fels, Wrack und Strömungskanten des Nordostatlantiks, nicht über reinem Sand der inneren Ostsee.

Quellen und Evidenz

2 Einträge
  1. Fachverband / Körperschaft Abruf: 19.8.2026

    Pollachius pollachius in FishBase

    FishBase Consortium Primärdokument öffnen
  2. Fachverband / Körperschaft Abruf: 19.8.2026

    ICES Advice on fishing opportunities

    International Council for the Exploration of the Sea Primärdokument öffnen