Erstmalig erstellt: Zuletzt geändert: Redaktionelle Verantwortung: WSK

Gestalt und Erkennungsmerkmale

Länglich-oval, Augen rechts, kleine gebogene Schnauze, dunkle Augenseite, helle Blindseite. Die Brustflosse der Augenseite trägt oft einen dunklen Fleck.

Laichzeit und Fortpflanzung

Laicht in Abhängigkeit von Temperatur und Bestand vom Spätwinter bis in den Sommer. Die Larven leben zunächst pelagisch.

Gewässer und Lebensraum

Weiche Sand- und Schlickgründe der Nordsee, des Kanals und der westlichen Ostsee. Tagsüber eingegraben, nachts aktiv.

Angelmethoden und Montagen

Nachtansitz in der Brandung mit Naturköder, Boot über weichem Grund. Grobes Gerät passt nicht zum kleinen Maul.

Fischschutz und Schonbestimmungen

Mehrere Bestände mit eigener Beratung. Der Steckbrief ersetzt keine Quote.

Speisewert und Verwertung

Feines, festes Filet. In der Küche eine der bekanntesten Plattfischarten, teurer als Scholle.

Verwechslungsarten und sichere Bestimmung

Die Seezunge ist rechtsäugig, langgestreckt-oval und hat einen kleinen, rundlichen Kopf mit unterständigem, bogenförmig gekrümmtem Maul. Auf der Blindseite ist das vordere Nasenloch zu einer auffälligen Rosette erweitert – ein sicheres Merkmal.

Die Rotzunge hat einen deutlich kleineren Kopf im Verhältnis zum Körper, ein endständiges Maul und eine glatte, schleimige Haut. Ihre Körperform ist gedrungener.

Die echten Hundszungen sind stärker abgeflacht und laufen zum Schwanz spitz zu; Rücken-, Schwanz- und Afterflosse gehen bei ihnen ineinander über, bei der Seezunge bleibt die Schwanzflosse abgesetzt.

Der Fisch im Jahresverlauf

Die Seezunge laicht im Frühjahr, in der Nordsee etwa von Februar bis Mai, wenn sich das Flachwasser erwärmt.

Im Sommerhalbjahr steht sie über Sand- und Schlickgrund in geringer Tiefe. Sie ist überwiegend nachtaktiv und geht in der Dämmerung und Dunkelheit an den Haken – tagsüber liegt sie eingegraben.

Im Winter zieht sie in tiefere, wärmere Bereiche ab. Kalte Winter mit lang anhaltendem Frost führen regelmäßig zu Bestandseinbrüchen.

Schonende Landung und Hakenlösung

Das Maul der Seezunge ist klein; sie wird mit kleinen Haken auf Wurm gefangen. Der Anhieb erfolgt verzögert, sonst wird der Köder aus dem Maul gezogen.

Beim Lösen wird der Fisch flach gehalten. Die Haut ist zäh, die Schleimschicht dennoch empfindlich – nasse Hände sind auch hier die Regel.

Für die Seezunge gelten in der Nordsee Mindestmaße. Das Fleisch ist fest und hält sich gut, sollte aber wie bei allen Plattfischen gekühlt werden.

Was gilt für Seezunge in meinem Rechtsraum?

Für Seezunge ist bisher in keinem Rechtsraum eine Schonzeit oder ein Mindestmaß mit Fundstelle hinterlegt. Das bedeutet nicht, dass keine gelten. Maßgeblich ist die Fischereiverordnung des Bundeslandes beziehungsweise Kantons und der Erlaubnisschein des Bewirtschafters.

36 Rechtsräume noch nicht erfasst – Liste anzeigen

Für diese Rechtsräume liegt im Portal noch kein belegter Wert vor. Das ist keine Aussage über die Rechtslage dort. Bitte in der amtlichen Verordnung nachsehen.

Verbindlich sind ausschließlich die jeweils geltenden amtlichen Regelungen sowie der Erlaubnisschein für das befischte Gewässer. FISCHNAVIGATOR gibt diese Angaben wieder und bietet keine Rechtsberatung.

Meere

Angelziele

Häufige Fragen zu Seezunge

Warum fängt man Seezungen oft nachts?

Sie liegen tagsüber eingegraben und jagen nach Einbruch der Dunkelheit über dem Grund.

Ist die Seezunge dasselbe wie die Rotzunge?

Nein. Die Rotzunge (Microstomus kitt) ist eine andere Art mit anderem Fleisch und anderem Grund.

Quellen und Evidenz

2 Einträge
  1. Fachverband / Körperschaft Abruf: 19.8.2026

    Solea solea in FishBase

    FishBase Consortium Primärdokument öffnen
  2. Fachverband / Körperschaft Abruf: 19.8.2026

    ICES Advice on fishing opportunities

    International Council for the Exploration of the Sea Primärdokument öffnen