Erstmalig erstellt: Zuletzt geändert: Redaktionelle Verantwortung: WSK

Gestalt und Erkennungsmerkmale

Meist Augen rechts, rauhe Augenseite, oft dunkle Flecken auf den Flossenstrahlen. Die Blindseite kann dunkel nachfärben. Kleiner als die Scholle.

Laichzeit und Fortpflanzung

Laicht im Meer. Jungfische steigen in Mündungen, Unterläufe und Bodden auf. Das macht sie zum Plattfisch der Ästuare.

Gewässer und Lebensraum

Nordsee, gesamte Ostsee, Unterelbe, Unterweser, Bodden und Haffe. Verträgt niedrigen Salzgehalt besser als Steinbutt oder Seezunge.

Angelmethoden und Montagen

Brandung und Hafenmauer mit Naturköder, Pose im Brackwasser. Einfacher Küstenfisch, kapitale Stücke stehen an Kanten.

Fischschutz und Schonbestimmungen

Ostseebestände werden gesondert betrachtet. Maß und Schonung setzt der Küstenstaat.

Speisewert und Verwertung

Feines Filet, kleiner als Scholle. Frisch gebraten ein klassischer Küstenfisch.

Verwechslungsarten und sichere Bestimmung

Die Flunder ist rechtsäugig, kann aber vergleichsweise häufig auch linksäugig auftreten – ein Sonderfall unter den heimischen Plattfischen.

Ihr entscheidendes Merkmal ist die Rauheit: Entlang der Seitenlinie und an den Ansätzen von Rücken- und Afterflosse sitzen kleine, stachelige Knochenschilder. Streicht man mit dem Finger entgegen der Wuchsrichtung darüber, ist der Unterschied zur glatten Scholle sofort spürbar.

Die Scholle trägt stattdessen vier bis sieben Knochenhöcker hinter dem Auge und meist kräftige orangerote Punkte. Die Flunder ist matter gefärbt, ihre Flecken sind blass und unscharf.

Der Fisch im Jahresverlauf

Die Flunder laicht im Winter und Frühjahr im Meer, in der Ostsee etwa von Februar bis Mai. Die Eier schweben im Wasser und brauchen dafür einen Mindestsalzgehalt – in den innersten Ostseebereichen reicht er nicht mehr aus.

Außerhalb der Laichzeit ist sie ausgesprochen euryhalin: Sie dringt weit in Brackwasser, Bodden und sogar in die Unterläufe von Flüssen vor. In Elbe und Weser wird sie regelmäßig gefangen.

Sommer und Herbst sind die Hauptzeiten der Brandungs- und Bootsfischerei auf Flunder.

Schonende Landung und Hakenlösung

Wie die Scholle nimmt die Flunder Wurmköder und schluckt sie tief. Ein langer, schmaler Löser gehört ins Gepäck; sitzt der Haken zu tief, wird das Vorfach abgeschnitten.

Die Knochenschilder sind scharf. Beim Greifen liegt die Hand flach an, ein Handtuch schützt und schont zugleich die Schleimhaut.

Flundern aus flachem Wasser überleben das Zurücksetzen zuverlässig. Für die Entnahme gelten regional unterschiedliche Mindestmaße.

Was gilt für Flunder in meinem Rechtsraum?

Für Flunder ist bisher in keinem Rechtsraum eine Schonzeit oder ein Mindestmaß mit Fundstelle hinterlegt. Das bedeutet nicht, dass keine gelten. Maßgeblich ist die Fischereiverordnung des Bundeslandes beziehungsweise Kantons und der Erlaubnisschein des Bewirtschafters.

36 Rechtsräume noch nicht erfasst – Liste anzeigen

Für diese Rechtsräume liegt im Portal noch kein belegter Wert vor. Das ist keine Aussage über die Rechtslage dort. Bitte in der amtlichen Verordnung nachsehen.

Verbindlich sind ausschließlich die jeweils geltenden amtlichen Regelungen sowie der Erlaubnisschein für das befischte Gewässer. FISCHNAVIGATOR gibt diese Angaben wieder und bietet keine Rechtsberatung.

Meere

Angelziele

Häufige Fragen zu Flunder

Warum fängt man Flundern im Fluss?

Sie steigen als Jung- und Nahrungsfische ins Brack- und Süßwasser. Laichen tun sie im Meer.

Ist die Flunder eine junge Scholle?

Nein. Es ist eine eigene Art. Die Scholle bleibt salzreicher und wird größer.

Quellen und Evidenz

2 Einträge
  1. Fachverband / Körperschaft Abruf: 19.8.2026

    Platichthys flesus in FishBase

    FishBase Consortium Primärdokument öffnen
  2. Fachverband / Körperschaft Abruf: 19.8.2026

    ICES Advice on fishing opportunities

    International Council for the Exploration of the Sea Primärdokument öffnen