Erstmalig erstellt: Zuletzt geändert: Redaktionelle Verantwortung: WSK
Lebensräume: Feldflur, Agrarlandschaft mit Feldgehölzen, Kulturlandschaft, Feldrevier
Übliche Jagdarten: Treibjagd im Feldrevier, Ansitz an Feld-Wald-Kanten
Brunft oder Paarung: Rammelzeit ab Januar, Setzzeit über das Sommerhalbjahr verteilt
Jagdliche Klasse: Feldhase · Hasenartige
Alters- und Kategorieansprache
Merkmale zur Altersbeurteilung vor und nach dem Schuss (Gebissentwicklung, Trophäenmorphologie, Habitus und Klassen).
Ansprachemerkmale & Kriterien
Stroh'sches Zeichen (knorpelige Verdickung am äußeren Ende der Elle/Speiche des Vorderlaufs, tastbar bis ca. 8-9 Monate); Reißfestigkeit des Gehörs; Augenlinsengewicht.
Gebissentwicklung & Zahnabschliff
Nagezähne wachsen zeitlebens nach; keine Altersbestimmung über Zahnschliff möglich.
Altersklassen & Klassifizierung
Jungtier (unter 9 Monate, Stroh'sches Zeichen positiv); Althase (über 9 Monate, Epiphysenfuge verknöchert).
Vergleichbare & verwandte Wildarten
Ökologische und jagdpraktische Einordnung innerhalb der Gruppe Hasenartige.
Wichtige Vergleichsart innerhalb der Kategorie Hasenartige mit spezifischen ökologischen Ansprüchen.
Verbreitung
Länder, in denen diese Art im Portal als vorkommend geführt wird. Die Karte zeigt die zugehörigen Regionsprofile, keine Reviergrenzen und keine Punktnachweise.
Die Flächen zeigen Verwaltungsgrenzen, keine Reviergrenzen. Jagdeinrichtungen, Fütterungen und sensible Standorte werden bewusst nicht kartiert.

Sichere Erkennung
Der Feldhase ist größer und hochläufiger als das Wildkaninchen. Seine langen Löffel tragen schwarze Spitzen, die Hinterläufe sind sehr kräftig. Gedrückt in der Sasse kann er kleiner wirken; sicherer sind Proportionen und Fluchtverhalten. Er startet erst spät, beschleunigt stark und flüchtet weiträumig, während Kaninchen gewöhnlich einen nahen Bau annehmen.

Biologie und Lebensweise
Feldhasen sind oberirdisch lebende Einzeltiere ohne dauerhaften Bau. Junghasen kommen als Nestflüchter behaart und sehend zur Welt. Die Häsin verteilt sie auf mehrere Ablageplätze und säugt sie kurz, meist nur einmal täglich. Mehrere Sätze pro Jahr und die Möglichkeit einer erneuten Befruchtung vor dem vorherigen Satz erzeugen ein hohes theoretisches Potenzial; tatsächlich überlebt in intensiv genutzter Agrarlandschaft oft nur ein kleiner Teil der Junghasen.

Brunft und Fortpflanzung
Die Rammelzeit beginnt häufig schon im Winter. Mehrere Rammler verfolgen eine Häsin, die mit Haken, Sprüngen und Abwehrschlägen reagiert. Satztermine verteilen sich über Frühjahr und Sommer. Kalte Nässe, fehlende Deckung und landwirtschaftliche Arbeitsgänge wirken besonders in den ersten Lebenswochen, weshalb die Zahl gesetzter Junghasen nicht mit dem Herbstzuwachs gleichgesetzt werden darf.

Lebensweise und Verhalten
Am Tag liegt der Hase in einer Sasse mit Sicht und Wind im Rücken, nachts wechselt er zu Äsungsflächen. Er nutzt Feldkulturen saisonal: Was im Frühjahr Nahrung und Deckung bietet, kann nach Ernte oder Mahd binnen Stunden wertlos werden. Ein Mosaik aus Kulturen, Altgras, Säumen, Brachen und Feldgehölzen verkürzt gefährliche Wege zwischen Äsung und Ruhe.
Anatomie und Fährtenbild
Im Sprung setzen die längeren Hinterläufe vor den Vorderläufen auf; im Schnee entsteht eine Gruppe aus zwei großen vorderen und zwei kleineren hinteren Abdrücken. Richtung und Gangart müssen aus mehreren Spurgruppen gelesen werden. Die Losung ist rundlich bis abgeflacht, faserreich und meist größer als Kaninchenlosung. Sassen sind flache, körperlange Mulden ohne Erdauswurf.
Bestandsdynamik
Bestände schwanken zwischen Jahren und selbst benachbarten Revieren. Wetter, Habitat, Krankheiten, Verkehr, Mahd und Prädation wirken gleichzeitig. Deshalb wird nicht aus Strecke oder Einzelbeobachtung auf die Dichte geschlossen. Standardisierte Scheinwerfertaxationen im Frühjahr und Herbst liefern Dichte und Nettozuwachs; Route, Sichtfläche, Uhrzeit und Wetter werden konstant gehalten und dokumentiert.
Lebensraummanagement
Wirksam sind breite, mehrjährige und vernetzte Strukturen: blütenreiche Brachen, Altgras, gestufte Säume, Hecken mit Krautmantel und ein kleinräumiger Fruchtwechsel. Sie liefern Äsung, Insekten und Deckung über Erntezeitpunkte hinweg. Mahd von innen nach außen, angepasste Schnitthöhe und die Abstimmung mit Bewirtschaftern senken direkte Verluste. Reine Fütterung ersetzt diese Funktionen nicht.
Krankheiten und Fallwild
Tularämie ist eine bakterielle Zoonose. Fehlendes Fluchtverhalten, Schwäche oder gehäuftes Fallwild sind Warnzeichen, aber keine Ferndiagnose. Verdächtige Hasen werden nicht abgehäutet; zuständige Stellen geben Probenahme und Bergung vor. Myxomatose kann inzwischen regional auch Feldhasen betreffen. Untersuchungsergebnisse von eingesandtem Fallwild zeigen jedoch keine Bestandsprävalenz und dürfen nicht hochgerechnet werden.
Jagdpraxis
Eine nachhaltige Entnahme orientiert sich am lokal gemessenen Herbstbesatz und Nettozuwachs, nicht an Tradition oder einer landesweiten Pauschalquote. Auf Gesellschaftsjagden werden Schützenlinie, Gefahrenbereiche, Schusswinkel und Hundeeinsatz vorab festgelegt. Bei niedrigem Zuwachs oder Seuchengeschehen kann der Verzicht auf Bejagung die richtige Entscheidung sein.
Wildbret
Hasenwildbret ist dunkel, mager und aromatisch. Rücken und Keulen können getrennt verwertet, Schulter und ältere Stücke geschmort werden. Handschuhe beim Aufbrechen, sauberes Arbeiten und rasche Kühlung sind Standard. Kranke, verhaltensauffällige oder als Fallwild gefundene Hasen werden nicht als Lebensmittel verwendet; bei Tularämieverdacht gelten die behördlichen Vorgaben.
Wo diese Art vorkommt
DACH 35
Bundesländer und Kantone mit eigenem Jagdrecht
- Aargau
- Baden-Württemberg
- Basel-Landschaft
- Bayern
- Bern
- Brandenburg
- Burgenland
- Freiburg
- Genf
- Hessen
- Jura
- Kärnten
- Luzern
- Mecklenburg-Vorpommern
- Neuenburg
- Niederösterreich
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- Oberösterreich
- Rheinland-Pfalz
- Saarland
- Sachsen
- Sachsen-Anhalt
- Salzburg
- Schaffhausen
- Schleswig-Holstein
- Solothurn
- Steiermark
- Thurgau
- Thüringen
- Tirol
- Vorarlberg
- Waadt
- Zug
- Zürich
Weltweit 0
Ziele außerhalb Europas
Keine Region zugeordnet.
Wissenschaftliche Arbeiten zu Feldhase
Ausgewählte Studien zur Biologie, Raumnutzung, Nahrung oder dem Management dieser Art.
- Competition between sympatric hare species in the Alps is boostered by climate change and hybridisation
- Survival rates on pre-weaning European hares (Lepus europaeus) in an intensively used agricultural area
- Surveillance and habitat diversity affect European brown hare (Lepus europaeus) density in protected breeding areas
Häufige Fragen zu Feldhase
Warum schwankt der Hasenbesatz so stark?
Der Feldhase hat viele Junge, verliert davon aber je nach Witterung, Deckung und Prädationsdruck sehr unterschiedlich viele. Kalte, nasse Wochen in der Setzzeit wirken sich unmittelbar auf den Herbstbesatz aus.
Was hilft dem Feldhasen im Revier?
Mehrjährige Krautsäume, Brachen, Blühflächen, Altgras und kleinräumiger Kulturwechsel bringen Deckung und vielfältige Äsung zusammen. Maßnahmen wirken besser als schmale isolierte Streifen, wenn sie über das Revier vernetzt und bei Mahd sowie Pflanzenschutz mitgedacht werden.
Wie wird ein Feldhasenbestand gezählt?
Bewährt ist eine standardisierte Scheinwerfertaxation auf derselben Route und Fläche im Frühjahr und Herbst. Gleiche Bedingungen und dokumentierte Sichtflächen sind wichtiger als eine einzelne hohe Zahl; erst die Wiederholung zeigt Dichte und Nettozuwachs.
Was ist bei einem apathischen oder tot gefundenen Hasen zu tun?
Nicht abhäuten oder zerlegen. Kontakt vermeiden, Fundort dokumentieren und nach regionalem Verfahren Veterinär- oder Jagdbehörde informieren. Muss das Tier nach Anweisung geborgen werden, sind flüssigkeitsdichte Handschuhe und sichere Verpackung erforderlich.
Woran erkennt man Hase und Wildkaninchen sicher auseinander?
Der Feldhase ist größer und hochläufiger, trägt längere schwarz gespitzte Löffel und flüchtet weiträumig. Das kleinere Kaninchen hat kürzere Löffel und sucht meist rasch einen Bau. Jungtiere werden beim Hasen behaart und sehend, beim Kaninchen nackt und blind geboren.
Quellen und Evidenz
3 Einträge- Amtliche Primärquelle Abruf: 10.8.2026
Tularämie (Hasenpest)
- Amtliche Primärquelle Abruf: 10.8.2026
Myxomatosevirus bei Feldhasen in Niedersachsen nachgewiesen
- Peer-Review Studie Abruf: 10.8.2026
Survival rates on pre-weaning European hares in an intensively used agricultural area