Erstmalig erstellt: Zuletzt geändert: Redaktionelle Verantwortung: WSK

Lebensräume: Feldflur, Agrarlandschaft mit Feldgehölzen, Kulturlandschaft, Feldrevier

Übliche Jagdarten: Treibjagd im Feldrevier, Ansitz an Feld-Wald-Kanten

Brunft oder Paarung: Rammelzeit ab Januar, Setzzeit über das Sommerhalbjahr verteilt

Jagdliche Klasse: Feldhase · Hasenartige

Alters- und Kategorieansprache

Merkmale zur Altersbeurteilung vor und nach dem Schuss (Gebissentwicklung, Trophäenmorphologie, Habitus und Klassen).

Ansprachemerkmale & Kriterien

Stroh'sches Zeichen (knorpelige Verdickung am äußeren Ende der Elle/Speiche des Vorderlaufs, tastbar bis ca. 8-9 Monate); Reißfestigkeit des Gehörs; Augenlinsengewicht.

Gebissentwicklung & Zahnabschliff

Nagezähne wachsen zeitlebens nach; keine Altersbestimmung über Zahnschliff möglich.

Altersklassen & Klassifizierung

Jungtier (unter 9 Monate, Stroh'sches Zeichen positiv); Althase (über 9 Monate, Epiphysenfuge verknöchert).

Vergleichbare & verwandte Wildarten

Ökologische und jagdpraktische Einordnung innerhalb der Gruppe Hasenartige.

Wichtige Vergleichsart innerhalb der Kategorie Hasenartige mit spezifischen ökologischen Ansprüchen.

Verwandte Arten im Atlas:

Verbreitung

Länder, in denen diese Art im Portal als vorkommend geführt wird. Die Karte zeigt die zugehörigen Regionsprofile, keine Reviergrenzen und keine Punktnachweise.

Burgenland (Österreich) (Österreich) Kärnten (Österreich) (Österreich) Niederösterreich (Österreich) (Österreich) Oberösterreich (Österreich) (Österreich) Salzburg (Österreich) (Österreich) Steiermark (Österreich) (Österreich) Tirol (Österreich) (Österreich) Vorarlberg (Österreich) (Österreich) Aargau (Schweiz) (Schweiz) Bern (Schweiz) (Schweiz) Basel-Landschaft (Schweiz) (Schweiz) Freiburg (Schweiz) (Schweiz) Genf (Schweiz) (Schweiz) Jura (Schweiz) (Schweiz) Luzern (Schweiz) (Schweiz) Neuenburg (Schweiz) (Schweiz) Schaffhausen (Schweiz) (Schweiz) Solothurn (Schweiz) (Schweiz) Thurgau (Schweiz) (Schweiz) Waadt (Schweiz) (Schweiz) Zug (Schweiz) (Schweiz) Zürich (Schweiz) (Schweiz) Brandenburg (Deutschland) (Deutschland) Baden-Württemberg (Deutschland) (Deutschland) Bayern (Deutschland) (Deutschland) Hessen (Deutschland) (Deutschland) Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland) (Deutschland) Niedersachsen (Deutschland) (Deutschland) Nordrhein-Westfalen (Deutschland) (Deutschland) Rheinland-Pfalz (Deutschland) (Deutschland) Schleswig-Holstein (Deutschland) (Deutschland) Saarland (Deutschland) (Deutschland) Sachsen (Deutschland) (Deutschland) Sachsen-Anhalt (Deutschland) (Deutschland) Thüringen (Deutschland) (Deutschland) Ungarn (Donau-Auen, Gemenc, Zala & Puszta) (Ungarn) Polen (Masuren, Pommern & Karpaten-Vorland) (Polen)
Kartengrundlage: Natural Earth (Public Domain, CC0) · Datenstand: · Darstellung: JAGDNAVIGATOR
Die Flächen zeigen Verwaltungsgrenzen, keine Reviergrenzen. Jagdeinrichtungen, Fütterungen und sensible Standorte werden bewusst nicht kartiert.
Feldhase im Gras, aufgerichtet sitzend; deutlich zu sehen sind die langen, schwarz gespitzten Loeffel und die hohen Hinterlaeufe
Foto: Bengt Nyman from Vaxholm, Sweden · CC BY 2.0

Sichere Erkennung

Der Feldhase ist größer und hochläufiger als das Wildkaninchen. Seine langen Löffel tragen schwarze Spitzen, die Hinterläufe sind sehr kräftig. Gedrückt in der Sasse kann er kleiner wirken; sicherer sind Proportionen und Fluchtverhalten. Er startet erst spät, beschleunigt stark und flüchtet weiträumig, während Kaninchen gewöhnlich einen nahen Bau annehmen.

Feldhase (Lepus europaeus), sich in der Mulde drückend. Kreis Prignitz, Land Brandenburg, Deutschland
Foto: Accipiter (R. Altenkamp, Berlin) · CC BY-SA 3.0

Biologie und Lebensweise

Feldhasen sind oberirdisch lebende Einzeltiere ohne dauerhaften Bau. Junghasen kommen als Nestflüchter behaart und sehend zur Welt. Die Häsin verteilt sie auf mehrere Ablageplätze und säugt sie kurz, meist nur einmal täglich. Mehrere Sätze pro Jahr und die Möglichkeit einer erneuten Befruchtung vor dem vorherigen Satz erzeugen ein hohes theoretisches Potenzial; tatsächlich überlebt in intensiv genutzter Agrarlandschaft oft nur ein kleiner Teil der Junghasen.

Bewegungsablauf bei einem jungen Feldhasen in Kloster Banz.
Foto: J. Patrick Fischer · CC BY-SA 3.0

Brunft und Fortpflanzung

Die Rammelzeit beginnt häufig schon im Winter. Mehrere Rammler verfolgen eine Häsin, die mit Haken, Sprüngen und Abwehrschlägen reagiert. Satztermine verteilen sich über Frühjahr und Sommer. Kalte Nässe, fehlende Deckung und landwirtschaftliche Arbeitsgänge wirken besonders in den ersten Lebenswochen, weshalb die Zahl gesetzter Junghasen nicht mit dem Herbstzuwachs gleichgesetzt werden darf.

Kämpfende Feldhasen (Lepus europaeus) auf Spiekeroog
Foto: Stephan Sprinz · CC BY 4.0

Lebensweise und Verhalten

Am Tag liegt der Hase in einer Sasse mit Sicht und Wind im Rücken, nachts wechselt er zu Äsungsflächen. Er nutzt Feldkulturen saisonal: Was im Frühjahr Nahrung und Deckung bietet, kann nach Ernte oder Mahd binnen Stunden wertlos werden. Ein Mosaik aus Kulturen, Altgras, Säumen, Brachen und Feldgehölzen verkürzt gefährliche Wege zwischen Äsung und Ruhe.

Anatomie und Fährtenbild

Im Sprung setzen die längeren Hinterläufe vor den Vorderläufen auf; im Schnee entsteht eine Gruppe aus zwei großen vorderen und zwei kleineren hinteren Abdrücken. Richtung und Gangart müssen aus mehreren Spurgruppen gelesen werden. Die Losung ist rundlich bis abgeflacht, faserreich und meist größer als Kaninchenlosung. Sassen sind flache, körperlange Mulden ohne Erdauswurf.

Bestandsdynamik

Bestände schwanken zwischen Jahren und selbst benachbarten Revieren. Wetter, Habitat, Krankheiten, Verkehr, Mahd und Prädation wirken gleichzeitig. Deshalb wird nicht aus Strecke oder Einzelbeobachtung auf die Dichte geschlossen. Standardisierte Scheinwerfertaxationen im Frühjahr und Herbst liefern Dichte und Nettozuwachs; Route, Sichtfläche, Uhrzeit und Wetter werden konstant gehalten und dokumentiert.

Lebensraummanagement

Wirksam sind breite, mehrjährige und vernetzte Strukturen: blütenreiche Brachen, Altgras, gestufte Säume, Hecken mit Krautmantel und ein kleinräumiger Fruchtwechsel. Sie liefern Äsung, Insekten und Deckung über Erntezeitpunkte hinweg. Mahd von innen nach außen, angepasste Schnitthöhe und die Abstimmung mit Bewirtschaftern senken direkte Verluste. Reine Fütterung ersetzt diese Funktionen nicht.

Krankheiten und Fallwild

Tularämie ist eine bakterielle Zoonose. Fehlendes Fluchtverhalten, Schwäche oder gehäuftes Fallwild sind Warnzeichen, aber keine Ferndiagnose. Verdächtige Hasen werden nicht abgehäutet; zuständige Stellen geben Probenahme und Bergung vor. Myxomatose kann inzwischen regional auch Feldhasen betreffen. Untersuchungsergebnisse von eingesandtem Fallwild zeigen jedoch keine Bestandsprävalenz und dürfen nicht hochgerechnet werden.

Jagdpraxis

Eine nachhaltige Entnahme orientiert sich am lokal gemessenen Herbstbesatz und Nettozuwachs, nicht an Tradition oder einer landesweiten Pauschalquote. Auf Gesellschaftsjagden werden Schützenlinie, Gefahrenbereiche, Schusswinkel und Hundeeinsatz vorab festgelegt. Bei niedrigem Zuwachs oder Seuchengeschehen kann der Verzicht auf Bejagung die richtige Entscheidung sein.

Wildbret

Hasenwildbret ist dunkel, mager und aromatisch. Rücken und Keulen können getrennt verwertet, Schulter und ältere Stücke geschmort werden. Handschuhe beim Aufbrechen, sauberes Arbeiten und rasche Kühlung sind Standard. Kranke, verhaltensauffällige oder als Fallwild gefundene Hasen werden nicht als Lebensmittel verwendet; bei Tularämieverdacht gelten die behördlichen Vorgaben.

Wo diese Art vorkommt

Wissenschaftliche Arbeiten zu Feldhase

Ausgewählte Studien zur Biologie, Raumnutzung, Nahrung oder dem Management dieser Art.

Häufige Fragen zu Feldhase

Warum schwankt der Hasenbesatz so stark?

Der Feldhase hat viele Junge, verliert davon aber je nach Witterung, Deckung und Prädationsdruck sehr unterschiedlich viele. Kalte, nasse Wochen in der Setzzeit wirken sich unmittelbar auf den Herbstbesatz aus.

Was hilft dem Feldhasen im Revier?

Mehrjährige Krautsäume, Brachen, Blühflächen, Altgras und kleinräumiger Kulturwechsel bringen Deckung und vielfältige Äsung zusammen. Maßnahmen wirken besser als schmale isolierte Streifen, wenn sie über das Revier vernetzt und bei Mahd sowie Pflanzenschutz mitgedacht werden.

Wie wird ein Feldhasenbestand gezählt?

Bewährt ist eine standardisierte Scheinwerfertaxation auf derselben Route und Fläche im Frühjahr und Herbst. Gleiche Bedingungen und dokumentierte Sichtflächen sind wichtiger als eine einzelne hohe Zahl; erst die Wiederholung zeigt Dichte und Nettozuwachs.

Was ist bei einem apathischen oder tot gefundenen Hasen zu tun?

Nicht abhäuten oder zerlegen. Kontakt vermeiden, Fundort dokumentieren und nach regionalem Verfahren Veterinär- oder Jagdbehörde informieren. Muss das Tier nach Anweisung geborgen werden, sind flüssigkeitsdichte Handschuhe und sichere Verpackung erforderlich.

Woran erkennt man Hase und Wildkaninchen sicher auseinander?

Der Feldhase ist größer und hochläufiger, trägt längere schwarz gespitzte Löffel und flüchtet weiträumig. Das kleinere Kaninchen hat kürzere Löffel und sucht meist rasch einen Bau. Jungtiere werden beim Hasen behaart und sehend, beim Kaninchen nackt und blind geboren.

Quellen und Evidenz

3 Einträge
  1. Amtliche Primärquelle Abruf: 10.8.2026

    Tularämie (Hasenpest)

    Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit Primärdokument öffnen ↗
  2. Amtliche Primärquelle Abruf: 10.8.2026

    Myxomatosevirus bei Feldhasen in Niedersachsen nachgewiesen

    Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Primärdokument öffnen ↗
  3. Peer-Review Studie Abruf: 10.8.2026

    Survival rates on pre-weaning European hares in an intensively used agricultural area

    European Journal of Wildlife Research DOI: 10.1007/s10344-020-01403-z ↗