Erstmalig erstellt: Zuletzt geändert: Redaktionelle Verantwortung: WSK
Gewässerlandschaft der Region
Niederösterreich umschließt die Bundeshauptstadt Wien und zeichnet sich durch eine außergewöhnliche geologische und hydrologische Vielfalt aus. Im Norden prägt das Granit- und Gneishochland des Waldviertels mit seinen dunklen, moorigen Kampseen (Ottenstein, Dobra, Thurnberg) und naturnahen Teichen die Landschaft. Die Donau durchschneidet das Bundesland von West nach Ost in der Wachau und den Donau-Auen mit zahllosen Altarmen und Ausständen. Im Süden steigen die Kalkalpen empor, aus denen weltberühmte, eiskalte Salmonidenflüsse wie Ybbs, Erlauf, Pielach, Traisen und Schwarza entspringen. Das Weinviertel im Nordosten steuert sanfte Tieflandflüsse wie Thaya, March und Zaya bei.
Leitgewässer und Reviere
Die Donau (Reviere Wachau, Tulln, Nationalpark Donau-Auen) ist das mächtigste Gewässer des Landes. Die Kampstauseen im Waldviertel bilden eine fjordähnliche Kulisse für Raubfisch- und Karpfenangler. Weltweit geschätzt sind die niederösterreichischen Voralpenflüsse: Die Ybbs (besonders die Strecken um Opponitz und Waidhofen), die Erlauf und die Pielach gelten als Referenzgewässer für anspruchsvolle Fliegenfischer.
Saison und Jahresverlauf
Die Salmonidensaison an den Gebirgsflüssen beginnt traditionell am 16. März und endet im Oktober oder November. Während der Schneeschmelze im Mai/Juni führen die Voralpenflüsse oft starkes Schmelzwasser ('Kalktrübe'). Der Hochsommer ist ideal für Nachtansitze auf Wels und Karpfen an der Donau und den Kampseen. Im Spätsommer und Herbst (September bis November) klart das Wasser auf und bietet die beste Äschenfischerei. Im Winter (Dezember bis Februar) lockt die Huchenfischerei an Donau, Melk und Pielach.
Einstieg für Gäste: Schein, Karte, Ausgabestelle
Niederösterreich verlangt die NÖ Fischerkarte, ausgestellt vom NÖ Landesfischereiverband, zusätzlich zur Lizenz des Bewirtschafters. Die Reviere an Donau und Nebenflüssen sind einzeln verpachtet; Tageskarten sind besonders an den bekannten Salmonidenstrecken knapp und werden im Voraus vergeben.
Leitfischarten und Fischfauna
In den Voralpenflüssen dominieren autochthone Bachforellen, Äschen und der majestätische Huchen, der in Pielach und Donau noch vitale Bestände aufweist. In der Donau und den Altarmen stehen Zander, Hecht, Wels, Schied (Rapfen) sowie kapitale Barben und Wildkarpfen im Vordergrund. Die Waldviertler Stauseen sind berühmt für Zander, Hechte, Barsche und den traditionellen Waldviertler Karpfen.
Weg zur Angelerlaubnis und Gastkarte
Das niederösterreichische Fischereigesetz verlangt für die Ausübung der Fischerei zwei Dokumente: Die NÖ Fischerkarte (für Inhaber einer bestandenen Fischereiprüfung) oder für Gäste die 'NÖ Fischergastkarte', die unbürokratisch vom Revierbewirtschafter für 30 aufeinanderfolgende Tage ausgestellt wird. Erst mit dieser Legitimation kann die eigentliche privatrechtliche Lizenz (Tages-, Wochen- oder Jahreskarte) erworben werden. Viele Reviere bieten den Lizenzkauf digital über Plattformen wie hejfish an.
Vereine, Pächter und Bewirtschafter
Bedeutende Bewirtschafter sind die Österreichische Fischereigesellschaft (ÖFG 1880), der Verband der Österreichischen Arbeiter-Fischereivereine (VÖAFV), die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) sowie traditionsreiche lokale Fischereivereine (z.B. Krems, St. Pölten, Amstetten). Während Donau- und Teichkarten moderat bepreist sind (Tageskarten 20 bis 40 Euro), sind Lizenzen für exklusive Salmonidenstrecken an Ybbs oder Erlauf streng limitiert und kosten zwischen 60 und 120 Euro pro Tag.
Konkrete Einstiegsgewässer für Gäste
1. Stausee Ottenstein: Traumhafte Fjordlandschaft, ideal für Boots- und Raubfischangler auf Zander, Hecht und Barsch. 2. Donau Revier Tulln: Weitläufiges Donaurevier mit Altarmen und Häfen, gut zugänglich für Feeder- und Spinnangler. 3. Ybbs Opponitz: Traumstrecke für Fliegenfischer mit kristallklarem Wasser und fantastischem Äschenbestand.
Lage und Gelände
Die Schummerung und Höhenlinien zeigen Höhenlage und Landbedeckung. Die Linie ist die Verwaltungsgrenze, keine Reviergrenze.
- Höchster Punkt
- Schneeberg (2076 m)
- Gebirge
- Wienerwald · Wiener Hausberge · Alpen · Waldviertel · Weinviertel · Ybbstaler Alpen
- Täler & Becken
- Wachau (Donautal) · Traisental · Ybbstal · Kamptal
- Flüsse
- Donau · Morava · Moson-Donau · Thaya · Enns
- Internationale Flughäfen
- Wien-Schwechat (VIE)
- Höchster Punkt
- Schneeberg (2076 m)
- Gebirgszüge
- Wienerwald, Wiener Hausberge, Alpen, Waldviertel, Weinviertel, Ybbstaler Alpen
Gewässer in Niederösterreich
- Donau Großstrom / Fließgewässer
Die Donau ist eines der artenreichsten Fließgewässer Europas und weltberühmt für Huchen, kapitale Zander, Welse und Barben.
- Thaya Mäanderfluss / Grenzgewässer
Die Thaya im Nationalpark Thayatal ist ein naturnahes Flussjuwel mit hervorragenden Beständen an Hechten, Welsen und Großkarpfen.
Leitfischarten
- Hecht Esox lucius
Lauerjäger der Krautgürtel; Laichzeit im Vorfrühling, Schonmaß setzt das Revier.
- Zander Sander lucioperca
Nacht- und Dämmerungsräuber über Hartgrund; Schonmaß setzt das Revier.
- Bachforelle Salmo trutta
Leitfisch kühler Bäche; Meer- und Seeforelle bleiben Bachforelle bzw. Salmo trutta.
- Huchen Hucho hucho
Endemit des Donaueinzugs; großer kieslaichender Raubsalmonide, rechtlich oft streng geschützt.
- Karpfen Cyprinus carpio
Wärmeliebender Friedfisch der Teiche und Altarme; Laich im Frühsommer.
- Wels Silurus glanis
Größter mitteleuropäischer Süßwasserfisch; nachtaktiver Raubwels großer Flüsse und Seen.
- Flussbarsch Perca fluviatilis
Gestreifter Raubbarsch der Seen und Flüsse; Laich an Zweigen im Frühjahr.
Fischereirecht und Erlaubnis
Fischereischein, Gastkarten, Schonzeiten und Mindestmaße regelt das Land selbst. Maßgeblich ist NÖ Fischereigesetz 2001.
- System
- Dualsystem (Fischerkarte + Gewässerlizenz)
- Prüfung
- Obligatorischer 4-stündiger Vorbereitungskurs beim NÖ LFV + kommissionelle Prüfung (20 Multiple-Choice-Fragen zu Rechts-, Fisch-, Gewässer- und Gerätekunde)
- Gastkarten
- Fischergastkarte für maximal 30 Tage pro Kalenderjahr, direkt vom Bewirtschafter mit Lizenz ausgegeben
Quellen und Evidenz
2 Einträge- Amtliche Primärquelle Abruf: 10.9.2026
NÖ Fischereiverordnung 2002 (mit § 1: Schonzeiten und Brittelmaße)
- Offene Geodaten Abruf: 9.8.2026
Natural Earth 10m, ne_10m_admin_1_states_provinces
