Wissenschaftliche Originalstudie 2025 Open Access

Caught on camera: quantifying fish behaviour in relation to sorting grids

Videoaufnahmen aus der Schleppnetzfischerei in der Barentssee zeigen, wie Kabeljau, Schellfisch, Köhler und Rotbarsche ein Sortiergitter berühren. Bei Kabeljau, Schellfisch und Rotbarschen boten rund 35 % der Kontakte keine längenabhängige Chance, das Gitter zu passieren.

Autoren: Nadine Jacques, Bent Herrmann, Manu Sistiaga, Jesse Brinkhof, Juan Santos, Ilmar Brinkhof

Reviews in Fish Biology and Fisheries , Band 35 , Art.-Nr. 2281-2305 (2025) · Springer Science and Business Media LLC

Kurzantwort

Videoaufnahmen aus der Schleppnetzfischerei in der Barentssee zeigen, wie Kabeljau, Schellfisch, Köhler und Rotbarsche ein Sortiergitter berühren. Bei Kabeljau, Schellfisch und Rotbarschen boten rund 35 % der Kontakte keine längenabhängige Chance, das Gitter zu passieren.

Gilt für
Fischereibiologie, Gewässerökologie und Bestandsmanagement
Datenstand
2025

Wissenschaftliche Einordnung & Kernaussagen

1. Fragestellung & Forschungsfokus

Prägen bestimmte Kontaktarten und das Hindurchzwängen die Größenauswahl am Sortiergitter? Die Autoren fragen außerdem nach dem Einfluss von Fischgröße, Kontakthäufigkeit und Verweildauer und nach Unterschieden zwischen den Arten.

2. Methodik & Versuchsaufbau

Seeversuche in der südlichen Barentssee vor Norwegen vom 26. Februar bis 3. März 2022. Eine Kamera filmte das Sort-V-Gitter eines Grundschleppnetzes. Ausgewertet wurden 10 h 18 min Video aus zehn Hols zu Kabeljau (Gadus morhua), Schellfisch (Melanogrammus aeglefinus), Köhler (Pollachius virens) und Rotbarschen (Sebastes spp.).

3. Zentrale Erkenntnisse

Die Fische entkamen vor allem, wenn sie mit dem Kopf voran oder mit dem Rücken zuerst an das Gitter kamen. Diese Kontaktarten machten aber nur 30 % (Kabeljau), 36 % (Schellfisch), 23 % (Köhler) und 33 % (Rotbarsche) aller Gitterkontakte aus. Kabeljau brauchte im Mittel mindestens drei Versuche, die anderen Arten etwa zwei. Geschätzt 42 % der Kabeljaue, 6 % der Schellfische, 53 % der Köhler und 17 % der Rotbarsche zwängten sich durch das Gitter. Schellfisch berührte das Gitter am häufigsten.

4. Bedeutung für Praxis, Hege & Gewässerschutz

Die Autoren führen die unscharfe Größenauswahl von Sortiergittern zum Teil auf unwirksame Kontaktlagen zurück; diese könnten auch erklären, warum untermaßige Fische im Netz bleiben. Das Hindurchzwängen größerer Fische werten sie als mögliche Erklärung für den Verlust von Fang in Zielgröße. Direkte Beobachtung sei wichtig, um solche Abläufe zu klären.

5. Grenzen der Studie & Modellannahmen

Bei 76 % (Kabeljau), 63 % (Schellfisch), 98 % (Köhler) und 69 % (Rotbarsche) der Beobachtungen blieb der Ausgang offen, oft wegen Sandwolken. Nur ein Beobachter wertete die Videos aus. Das Kameralicht kann laut den Autoren die Häufigkeit des Verhaltens bei Schellfisch, Köhler und Rotbarschen begrenzt beeinflusst haben.

Relevante Fischarten

Zugeordnete Fachgebiete

Bibliografische Angaben

Originaltitel Caught on camera: quantifying fish behaviour in relation to sorting grids
Autoren Nadine Jacques, Bent Herrmann, Manu Sistiaga, Jesse Brinkhof, Juan Santos, Ilmar Brinkhof
Fachjournal Reviews in Fish Biology and Fisheries
Erscheinungsjahr 2025
Band / Ausgabe 35
Artikel-Nummer / Seiten 2281-2305
Verlag Springer Science and Business Media LLC
DOI 10.1007/s11160-025-10003-6
Lizenz CC BY 4.0
Methodentyp feldstudie

Original-Abstract (Englisch)

Vollständigen englischen Abstract anzeigen

Abstract This study analyses the behaviour of cod ( Gadus morhua ), haddock ( Melanogrammus aeglefinus ), saithe ( Pollachius virens ) and redfish ( Sebastes spp.) in relation to size-sorting grids from video recordings obtained during trawling in the Barents Sea. It quantifies how fish contact the grid, how frequently they do so, their escape success rate and whether they squeeze themselves through the grid bar spacings during the escape process. Fish primarily escaped by passing through the grid bars head-first or by contacting the grid with their dorsal side first. However, combined, these modes only occurred in 30%, 36%, 23% and 33% of all grid contact events for cod, haddock, saithe and redfish, respectively. Overall, approximately 35% of grid contact events of all sizes of cod, haddock and redfish and 14% of grid contact events of saithe would not lead to a length-dependent chance of passing through the grid. Haddock had the highest grid contact frequency compared to the other three species. On average, cod had to make at least three attempts to escape through the grid, while haddock, saithe and redfish needed approximately two attempts to escape. Squeezing was a significant factor in escape for all four species, as 42% of cod, 6% of haddock, 53% of saithe and 17% of redfish were estimated to do so. The quantified behaviours explain why the size selectivity of fish-sorting grids has been found to be sub-optimal.

Redaktionelle Prüfung & Urheberschaft

Die deutsche Zusammenfassung dieser Studie wurde mit einem KI-Sprachmodell aus dem begutachteten Originalartikel erstellt. Die redaktionelle Prüfung am Original durch Wolfgang Spiess-Knafl steht aus.

Stand der Zusammenfassung: 2026-10-10 Prüfstand: in redaktioneller Prüfung Quelle: Begutachtete Primärquelle