Wissenschaftliches Themendossier

Meeres- & Küstenfischerei

Systematische Sammlung von 9 begutachteten Forschungsarbeiten und Metastudien aus internationalen Fachjournalen zum Schwerpunkt Meeres- & Küstenfischerei.

Worum es in diesem Themenfeld geht

Meeres- und Küstenfischerei unterscheidet sich vom Binnenland in einem Punkt grundlegend: Die Bestände sind grenzüberschreitend, und die Entnahme wird zwischenstaatlich ausgehandelt statt von einem Rechtsraum gesetzt.

Das Dossier versammelt Arbeiten zu Fangmengen, Selektivität von Fanggeräten, Beifang und zur wachsenden Bedeutung der Freizeitfischerei in den Bestandsbilanzen – letzteres ist der Punkt, an dem die Forschung den Angler direkt betrifft.

Nicht abgedeckt sind die jährlich wechselnden Fangmöglichkeiten. Sie stehen in der jeweils geltenden EU-Verordnung, nicht in einer Studie.

Im Portal dazu Meere und große Küstengewässer

Behandelte Fischarten im Dossier

Enthaltene Forschungsarbeiten (9)

Reviews in Fish Biology and Fisheries 2026 Open Access

Technical mitigation measures to reduce the bycatch of sharks: there is no silver bullet

Drynan et al.

Die Übersicht bewertet anhand von 148 Dokumenten technische Maßnahmen gegen den Beifang von Haien in der Berufsfischerei. Nur der Wechsel des Fanggeräts erhielt die Bewertung „nützlich“ (beneficial); eine Einzellösung für alle Arten, Fanggeräte und Regionen gibt es demnach nicht.

Reviews in Fish Biology and Fisheries 2026 Open Access

Understanding recreational anglers’ perceptions of stock trend, status, and regime shifts in the western Baltic cod (Gadus morhua)

Arlidge et al.

Laut einer Online-Befragung sind sich deutsche Dorschangler des kritischen Zustands des Dorschs (Gadus morhua) der westlichen Ostsee sehr bewusst. 83,7 % sahen einen rückläufigen Bestand, 72,5 % nannten mindestens eine tiefgreifende, dauerhafte Veränderung in Fischerei oder Bestand.

Reviews in Fish Biology and Fisheries 2025 Open Access

Contrasting tropical marine herbivorous fish catches between the Indo-Pacific and Western Atlantic

Lutzenkirchen et al.

Fangdaten aus 69 Ausschließlichen Wirtschaftszonen zeigen, dass Rifffläche und Bevölkerungsdichte an der Küste die Fänge pflanzenfressender Fische am besten vorhersagen. Der Unterschied zwischen Indopazifik und Westatlantik geht vor allem auf die Fänge von Kaninchenfischen zurück.

Science of The Total Environment 2024 Open Access

Microplastics in commercial marine fish species in the UK – A case study in the River Thames and the River Stour (East Anglia) estuaries

Horton et al.

Die Fallstudie an 53 Fischen aus den Mündungen von Themse und Stour (East Anglia) ergab, dass 41,5 % mindestens ein Mikroplastikpartikel aufgenommen hatten. Größere und schwerere Fische enthielten mehr Partikel; Fluss, Fangplatz, Art und Lebensraum machten keinen signifikanten Unterschied.

Fish and Fisheries 2017 Open Access

Recreational sea fishing in Europe in a global context—Participation rates, fishing effort, expenditure, and implications for monitoring and assessment

Hyder et al.

Eine Synthese nationaler Erhebungen schätzt für Europa 8,7 Millionen Freizeitfischer am Meer und 5,9 Milliarden Euro Ausgaben im Jahr. In den untersuchten Beständen von Wolfsbarsch (Dicentrarchus labrax) und Dorsch (Gadus morhua) entfielen je 27 % der Entnahme auf die Freizeitfischerei.