Erstmalig erstellt: Zuletzt geändert: Redaktionelle Verantwortung: WSK
Gewässer und Lebensraum
Brackwasserlebensraum mit hoher Nährstoffdichte und reichem Futterfischaufkommen (Hering, Sandaal, Grundeln).
Typische Fischarten und Bestände
Bodden-Hechte über 1,20 m, kapitale Zander, Meerforellen ('Silber der Ostsee'), Hornhechte im Mai, Flundern und Heringe.
Angelmethoden und Montagen
Waten mit Spinn- oder Fliegenrute an Riffen und Stränden; Gummifischangeln vom Boot auf den Bodden.
Fischschutz und Schonbestimmungen
Dorsch-Schonzeiten (EU-Vorgaben) und Laichschonbezirke in den Bodden beachten.
Zugang, Befahren und Sperrbereiche
Die Boddengewässer um Rügen sind über zahlreiche Uferorte, Stege und Häfen zugänglich. Der Greifswalder Bodden, der Strelasund und die Nordrügenschen Bodden haben jeweils eigenen Charakter und teils eigene Bestimmungen.
Große Bereiche liegen im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft und im Biosphärenreservat Südost-Rügen. Befahrens- und Betretungsregeln richten sich nach der jeweiligen Zonierung.
Die Frühjahrsfischerei auf Hecht in den flachen Bodden unterliegt besonderen Schutzvorschriften, die sich in den letzten Jahren mehrfach geändert haben. Der aktuelle Stand ist vor der Fahrt in der Küstenfischereiverordnung nachzusehen.
Abschnitte von der Quelle zur Mündung
Das Revier Rügen umfasst die weitverzweigten Boddengewässer (Großer Jasmunder Bodden, Breetzer Bodden, Wieker Bodden, Kubitzer Bodden, Schaproder Bodden) sowie den Strelasund und die offene Ostseeküste um Kap Arkona, Tromper Wiek und Hiddensee. Die Bodden sind flache, brackige Meeresbuchten mit Tiefen von meist 1,5 bis 6 Metern, die durch schmale Rinnen ('Löcher' und Fahrwasser) durchzogen werden. Die offene Ostsee bricht sich an markanten Kreidefelsen, Sandbänken und Steinriffen.
Uferzugang, Parken und Gewässerstruktur
Das Uferangeln ist in den Boddengewässern durch ausgedehnte Schilfgürtel und Naturschutzgebiete (Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft) stark reglementiert. Zugängliche Uferplätze finden sich an den Häfen und Molen (z.B. Schaprode, Lauterbach, Sassnitz, Glowe, Stralsund). An der offenen Küste ist das Watangeln auf Meerforelle und Hornhecht an den Stränden von Arkona, Goor oder Dranske mit Wathose und Watstock herausragend möglich. Parkplätze sind an den touristischen Hotspots oft gebührenpflichtig.
Bootsregelung und Schleppfischerei
Das Bootsangeln ist das Herzstück der Rügenfischerei. Speziell ausgerüstete Guiding-Boote und Mietboote dominieren das Bild. Erlaubt sind Boote mit Verbrennungsmotoren; in den engen Fahrwassern und Kernzonen des Nationalparks gelten jedoch strikte Geschwindigkeitsbegrenzungen (oft 8 bis 12 km/h) und Befahrungsverbote für Flachwasserzonen. Driftfischen mit Driftsack und Schleppfischen (Trolling auf Lachs vor der Küste) sind weit verbreitet. Sicherheitsausrüstung (GPS, UKW-Funk, Rettungswesten) ist auf der rauen Ostsee zwingend.
Gastkarten, Lizenzen und Preisrahmen
Für die Küstengewässer und Bodden von Mecklenburg-Vorpommern gilt die einheitliche 'Küstenangelkarte' des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF MV). Sie ist als Tages-, Wochen- oder Jahreskarte extrem günstig (Tageskarte ca. 6 Euro, Jahreskarte ca. 30 Euro) online oder in jedem Angelladen erhältlich. Touristen ohne Fischereiprüfung können den mecklenburgischen Touristenfischereischein (28 Tage gültig) erwerben.
Pegel-, Strömungs- und Trübungskunde
Die Wasserverhältnisse der Bodden sind extrem dynamisch. Da Ebbe und Flut in der Ostsee kaum messbar sind, werden Wasserstände fast ausschließlich durch Winde bestimmt: Starker Westwind drückt das Wasser aus den Bodden in die Ostsee ('Niedrigwasser'), Oststurm presst salziges Ostseewasser in die Bodden ('Badewanneneffekt'). Der Salzgehalt sinkt von West nach Ost. Trübung entsteht rasch durch aufgewirbelten Faulschlamm und Algenblüten; klares Wasser findet sich an der offenen Steilküste.
Saison- und Jahresverlauf am Gewässer
Im Frühjahr (März bis Mai) beginnt die Saison mit dem gewaltigen Heringszug im Strelasund, gefolgt vom spektakulären Hornhechtangeln im Mai. Nach der Hechtschonzeit (ab 1. Mai) explodieren die Bisse im Flachwasser. Im Hochsommer verlagert sich das Angeln auf Zander und Barsch in die tieferen Rinnen und Fahrwasser. Der Herbst von Oktober bis Dezember ist die legendäre 'Meterhecht-Zeit', wenn Großhechte über 120 cm den Futterfischschwärmen folgen. Im Winter lockt das Trolling auf kapitale Ostseelachse vor Rügen.
Lage und Kartenausschnitt
Die deutsche Ostseekueste mit ihren Bodden ist kein einzelnes OpenStreetMap-Objekt. Kartiert und verlinkt ist stellvertretend der Greifswalder Bodden als groesster zusammenhaengender Boddenkoerper des Gebiets.
Geometrie und Kennung stammen aus der OpenStreetMap-Relation relation/8162631 (ODbL).
Aktuelle Bedingungen
Deutsche Ostseeküste & Bodden (DE)
Abgerufen noch nicht abgerufen
- Luftdruck
- keine Angabe 12-Stunden-Tendenz
- Wind
- keine Angabe Richtung und Beaufort
- Bewölkung
- keine Angabe Bedeckungsgrad
- Lufttemperatur
- keine Angabe gefühlt
- Mondphase
- Neumond 0 % beleuchtet
- Sonne
- keine Angabe Aufgang und Untergang
Luftdruck der letzten zwölf Stunden
Amtliche Pegel und Wasserstände
Wasserstand, Durchfluss und Wassertemperatur erheben die hydrographischen Dienste. Das Portal gibt keine eigenen Messwerte aus, sondern verweist auf die zuständige Stelle.
Fischarten im Deutsche Ostseeküste & Bodden
Diese Arten sind im Deutsche Ostseeküste & Bodden heimisch oder regelmäßig anzutreffen. Der Steckbrief nennt Biologie, Laichzeit und übliche Methoden.
- Hecht Esox lucius Hechte
- Zander Sander lucioperca Barsche
- Flussbarsch Perca fluviatilis Barsche
- Dorsch Gadus morhua Meerfische
- Bachforelle Salmo trutta Salmoniden
- Hornhecht Belone belone Meerfische
- Flunder Platichthys flesus Meerfische
- Hering Clupea harengus Meerfische
Erlaubnisscheine und Fischereirecht
Küstenschein Mecklenburg-Vorpommern bzw. Fischereiabgabe Schleswig-Holstein; Touristen-Fischereischein möglich.
- Fischereirecht Schleswig-Holstein Landesfischereigesetz Schleswig-Holstein (LFischG SH)
- Fischereirecht Mecklenburg-Vorpommern Landesfischereigesetz (LFischG M-V)
OpenStreetMap-Attribute
| Attribut | Wert |
|---|---|
| osm_id | relation/8162631 |
| natural | bay |
| name | Greifswalder Bodden |
| name:de | Ostseeküste |
| wikipedia | de:Greifswalder Bodden |
| wikidata | Q647879 |
| bbox | 13.3164, 54.0833, 13.7703, 54.3558 |
Häufige Fragen zu Deutsche Ostseeküste & Bodden
Brauche ich für in den Boddengewässern um Rügen einen Erlaubnisschein?
Ja. Der staatliche Fischereischein oder die kantonale Berechtigung allein genügt nicht; hinzu kommt immer die Erlaubnis des Fischereiberechtigten für den konkreten Abschnitt. Wer ausgibt und zu welchen Bedingungen, richtet sich nach dem Rechtsraum – die Übersicht dazu steht auf der jeweiligen Rechtsseite.
Kann man in den Boddengewässern um Rügen vom Ufer aus befischen?
Teilweise. Welche Uferabschnitte zugänglich und welche gesperrt oder privat sind, steht im Abschnitt zu Zugang und Befahren. Für die tieferen Bereiche ist in der Regel ein Boot nötig.
Welche Schonzeiten und Mindestmaße gelten in den Boddengewässern um Rügen?
Sie werden nicht vom Gewässer, sondern vom Rechtsraum gesetzt, in dem der jeweilige Abschnitt liegt – ergänzt um die Vorgaben im Erlaubnisschein des Bewirtschafters, die strenger sein können. Der Erfassungsstand des Portals steht unter Schonzeiten und Mindestmaße.
Wann ist die beste Zeit in den Boddengewässern um Rügen?
Das hängt an der Zielart. Die Artprofile führen den Jahresverlauf je Fisch; die Bedingungen am Gewässer – Luftdruck, Wind, Bewölkung und Mondphase – stehen gemessen und ohne Deutung im Abschnitt zu den Bedingungen auf dieser Seite.
Quellen und Evidenz
3 Einträge- Offene Geodaten Abruf: 24.8.2026
OpenStreetMap Relation Greifswalder Bodden (8162631)
- Fachverband / Körperschaft Abruf: 10.9.2026
Angeln in Mecklenburg-Vorpommern: Gewässer und Karten
- Offene Geodaten Abruf: 10.9.2026
Overture Maps Foundation - Global Open Map Data & GeoParquet Themes
