Rechtsraum · Schweiz (CH-AG)
Fischereirecht in Aargau
Kurzantwort
In Aargau (Schweiz) regelt das Einfuehrungsgesetz zum Bundesgesetz ueber die Fischerei (AFG), SAR 935.200 die Fischereiausübung. Pachtsystem. Mindestalter: Kantonal geregelt (SaNa-Pflicht ab Monats- bzw. 3-Tage-Patent). Gastkarten: Tages- und Wochenpatente in vielen Kantonen prüfungsfrei beziehbar..
Rechtliche Rahmenbedingungen im Überblick
- Jurisdiktion
- Aargau CH-AG
- Ebene
- Schweiz, Kantone
- Fischereisystem
- Pachtsystem
- Mindestalter
- Kantonal geregelt (SaNa-Pflicht ab Monats- bzw. 3-Tage-Patent)
- Prüfung
- SaNa (Sachkundenachweis Fischerei) über Netzwerk Anglerausbildung
- Gastkarten
- Tages- und Wochenpatente in vielen Kantonen prüfungsfrei beziehbar.
Besonderheiten dieses Rechtsraums
Freiangelrecht: Teilweise (mit Gebühr). Freianglerkarte für 50 CHF/Jahr an Rhein, Aare, Reuss, Limmat und Hallwilersee (01.03.–31.10., 05:00–23:00 Uhr). Bundesweit: Verbot von Widerhaken (beim Freiangeln), Verbot lebender Köderfische, Catch & Release Verbot.
Jugend- und Aufsichtsregelung
Jugendpatente mit starken Vergünstigungen; Schonvorschriften gelten ausnahmslos.
Zuständige Stellen
Verwaltung, Aufsicht und Gewässerbewirtschaftung liegen in Aargau bei den zuständigen Landes- und Bezirksbehörden.
- Zuständig
- Abteilung Wald, Sektion Jagd und Fischerei (Entfelderstrasse 22, 5001 Aarau)
- Wofür
- Fischereischeine, Prüfungen, Abgaben und fischereirechtliche Genehmigungen
Schonzeiten und Mindestmaße
Die Angaben stammen aus § 15 Abs. 2 (Schonzeiten) und § 16 Abs. 1 (Fangmindestmasse) Aargauische Fischereiverordnung, SAR 935.211. Maßgeblich ist immer die amtliche Fassung; der Erlaubnisschein des Bewirtschafters kann strenger sein, nie großzügiger.
Abgelesen am amtlichen Volltext (docs/recherche/volltext/ag-935.211.txt). Die Buchstaben a), b) und i) der Massliste sind in der geltenden Fassung aufgehoben. Krebse sind mitgeführt, weil die Verordnung sie in derselben Liste regelt.
| Art | Schonzeit | Mindestmaß | Gebiet |
|---|---|---|---|
| Äsche Thymallus thymallus | ganzjährig geschont | nicht geregelt | |
| Bach-, Fluss- und Seeforelle Salmo trutta | 1. Oktober bis 28. Februar | 22 cm | bach |
| Forelle in Rhein, Aare, Reuss und Limmat Salmo trutta | 1. Oktober bis 28. Februar | 28 cm | strom |
| Felchen | 1. Oktober bis 31. Dezember | 25 cm | |
| Hecht Esox lucius | 1. Februar bis 30. April | 50 cm | |
| Barsch (Egli) Perca fluviatilis | nicht geregelt | 15 cm | |
| Barbe im Bach Barbus barbus | nicht geregelt | 30 cm | bach |
| Barbe in Rhein, Aare, Reuss und Limmat Barbus barbus | nicht geregelt | 35 cm | strom |
| Karpfen Cyprinus carpio | nicht geregelt | 30 cm | |
| Schleie Tinca tinca | nicht geregelt | 25 cm | |
| Edel-, Dohlen- und Steinkrebs | 1. Oktober bis 15. Juli | nicht geregelt |
- bach
- Bäche und Weiher
- strom
- Rhein, Aare, Reuss und Limmat
Fundstelle: § 15 Abs. 2 (Schonzeiten) und § 16 Abs. 1 (Fangmindestmasse) Aargauische Fischereiverordnung, SAR 935.211 · Fassung vom · abgerufen am · Verordnung zum Fischereigesetz des Kantons Aargau, SAR 935.211
Belegte Aussagen zum Fischereirecht in Schweiz
Diese Aussagen gelten im gesamten Staat und damit auch in Aargau. Jede nennt ihre Fundstelle und den Stand der Fassung, auf die sie sich bezieht.
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Zuständigkeit
Zuständigkeit und Zweistufigkeit (Schweiz)
Das Schweizer Fischereirecht ist zweistufig: Das Bundesgesetz über die Fischerei (BGF, SR 923.0) und die Verordnung (VBGF) schaffen den Rahmen für Arten-, Gewässer- und Tierschutz. Die konkrete Bewirtschaftung, die Patentausgabe und kantonale Schonbestimmungen obliegen den 26 Kantonen.
Bundesgesetz über die Fischerei (BGF, SR 923.0) Art. 1–5 · Fassung vom · Bundesgesetz über die Fischerei (BGF, SR 923.0) & VBGF (SR 923.01)
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Freiangelrecht
Freiangelrecht an Schweizer Großseen
An mehreren großen Schweizer Seen (u. a. Zürichsee, Thunersee, Brienzersee, Vierwaldstättersee) gilt nach kantonalem Recht ein patentfreies Freiangelrecht. Es erlaubt das Angeln vom Ufer mit einer einzelnen Rute, festem Schwimmer und natürlichen Ködern (ohne Köderfische) ohne Patentkauf.
Kantonale Fischereigesetze und Reglemente zum Freiangelrecht (z. B. Zürich, Bern, Luzern) · Fassung vom · Bundesgesetz über die Fischerei (BGF, SR 923.0) & VBGF (SR 923.01)
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Prüfung und Sachkunde
Sachkundenachweis SaNa (Schweiz)
In der Schweiz ist für den Erwerb von Fischereipatenten ab einer Laufzeit von einem Monat der Nachweis von Sachkunde (SaNa) obligatorisch. Er umfasst Kenntnisse zu Tierschutz, Fischbiologie und schonendem Fang und wird durch das Netzwerk Anglerausbildung abgenommen.
Tierschutzverordnung (TSchV) Art. 58 und Ausführungsbestimmungen SaNa · Fassung vom · Schweizer Tierschutzverordnung (TSchV, SR 455.1)
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Tierschutz am Wasser
Tierschutzbestimmungen Fischerei (Schweiz)
Die Schweizer Tierschutzverordnung (TSchV Art. 23) verbietet das Fischen mit Widerhaken an den meisten Fließgewässern sowie das Verwenden lebender Köderfische und das Hältern gefangener Fische in Setzkeschern ohne Ausnahmegenehmigung.
Tierschutzverordnung (TSchV, SR 455.1) Art. 23; Art. 98 VBGF · Fassung vom · Schweizer Tierschutzverordnung (TSchV, SR 455.1)
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Schonzeiten und Mindestmaße
Schonzeiten und Mindestmaße im DACH-Raum
Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster werden im DACH-Raum nicht einheitlich auf Bundesebene festgelegt, sondern durch die Fischereiverordnungen der 16 deutschen und 9 österreichischen Bundesländer sowie der 26 Schweizer Kantone (teils revierbezogen). Maßgeblich sind stets die tagesaktuellen Bestimmungen der amtlichen Rechtsdatenbanken und die Bedingungen des Erlaubnisscheins.
Rechtsdatenbanken RIS, Fedlex und Gesetzesportale der Länder · Fassung vom · Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) - Landesrecht