Rechtsraum · Schweiz (CH-SO)
Fischereirecht in Solothurn
Kurzantwort
In Solothurn (Schweiz) regelt das Fischereigesetz (FiG), BGS 625.11 die Fischereiausübung. Patentsystem. Mindestalter: Kantonal geregelt (SaNa-Pflicht ab Monats- bzw. 3-Tage-Patent). Gastkarten: Tages- und Wochenpatente in vielen Kantonen prüfungsfrei beziehbar..
Rechtliche Rahmenbedingungen im Überblick
- Jurisdiktion
- Solothurn CH-SO
- Ebene
- Schweiz, Kantone
- Fischereisystem
- Patentsystem
- Mindestalter
- Kantonal geregelt (SaNa-Pflicht ab Monats- bzw. 3-Tage-Patent)
- Prüfung
- SaNa (Sachkundenachweis Fischerei) über Netzwerk Anglerausbildung
- Gastkarten
- Tages- und Wochenpatente in vielen Kantonen prüfungsfrei beziehbar.
Besonderheiten dieses Rechtsraums
Freiangelrecht: Nein. Gänzlich untersagt. Jegliche Fischerei patentpflichtig. Bundesweit: Verbot von Widerhaken (beim Freiangeln), Verbot lebender Köderfische, Catch & Release Verbot.
Jugend- und Aufsichtsregelung
Jugendpatente mit starken Vergünstigungen; Schonvorschriften gelten ausnahmslos.
Zuständige Stellen
Verwaltung, Aufsicht und Gewässerbewirtschaftung liegen in Solothurn bei den zuständigen Landes- und Bezirksbehörden.
- Zuständig
- Amt für Wald, Jagd und Fischerei (Barfüssergasse 14, 4509 Solothurn)
- Wofür
- Fischereischeine, Prüfungen, Abgaben und fischereirechtliche Genehmigungen
Schonzeiten und Mindestmaße
Die Angaben stammen aus § 12 (Fangmasse und Schonzeiten) und § 13 (Fangzahlbeschränkung) Fischereiverordnung Solothurn, BGS 625.12. Maßgeblich ist immer die amtliche Fassung; der Erlaubnisschein des Bewirtschafters kann strenger sein, nie großzügiger.
Solothurn regelt Fangmass und Schonzeit je Gewässer. Für alle nicht genannten Arten verweist die Verordnung auf Anhang 1 der eidgenössischen Verordnung VBGF (SR 923.01). Für die Grenzgewässer Aare (AG/SO, BE/SO) und Birs (BL/SO) gelten die Vereinbarungen mit dem Nachbarkanton. Abgelesen am amtlichen Volltext (docs/recherche/volltext/so-625.12.txt).
| Art | Schonzeit | Mindestmaß | Gebiet |
|---|---|---|---|
| Bachforelle, Aare A1 bis A6 Salmo trutta | 1. Oktober bis 15. März | 38 cm | aare |
| Bachforelle, Chastelbach, Lüssel und Lützel Salmo trutta | 1. Oktober bis 15. März | 30 cm | bergbaeche |
| Bachforelle, Dünnern Salmo trutta | 1. Oktober bis 15. März | Entnahmefenster 32 bis 42 cm | duennern |
| Bachforelle, Emme und Emmekanal Salmo trutta | 1. Oktober bis 15. März | Entnahmefenster 35 bis 45 cm | emme |
| Bachforelle, Pachtgewässer und private Fischereirechte Salmo trutta | 1. Oktober bis 15. März | 26 cm | pacht |
| Äsche Thymallus thymallus | ganzjährig geschont | nicht geregelt | alle |
| Felchen | 1. November bis 31. Dezember | 25 cm | alle |
| Hecht Esox lucius | 1. März bis 30. April | 45 cm | alle |
- aare
- Aare A1 bis A6
- bergbaeche
- Chastelbach, Lüssel und Lützel
- duennern
- Dünnern
- emme
- Emme und Emmekanal
- pacht
- Pachtgewässer und Gewässer mit privatem Fischereirecht
- alle
- sämtliche Gewässer
Arten ohne Schonzeit und ohne Mindestmaß
Für diese Arten trifft die Verordnung keine Schonbestimmung. Das Tierschutzrecht und die Bestimmungen des Bewirtschafters gelten dennoch.
Saiblinge
Fundstelle: § 12 (Fangmasse und Schonzeiten) und § 13 (Fangzahlbeschränkung) Fischereiverordnung Solothurn, BGS 625.12 · Fassung vom · abgerufen am · Fischereiverordnung, BGS 625.12
Belegte Aussagen zum Fischereirecht in Schweiz
Diese Aussagen gelten im gesamten Staat und damit auch in Solothurn. Jede nennt ihre Fundstelle und den Stand der Fassung, auf die sie sich bezieht.
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Zuständigkeit
Zuständigkeit und Zweistufigkeit (Schweiz)
Das Schweizer Fischereirecht ist zweistufig: Das Bundesgesetz über die Fischerei (BGF, SR 923.0) und die Verordnung (VBGF) schaffen den Rahmen für Arten-, Gewässer- und Tierschutz. Die konkrete Bewirtschaftung, die Patentausgabe und kantonale Schonbestimmungen obliegen den 26 Kantonen.
Bundesgesetz über die Fischerei (BGF, SR 923.0) Art. 1–5 · Fassung vom · Bundesgesetz über die Fischerei (BGF, SR 923.0) & VBGF (SR 923.01)
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Freiangelrecht
Freiangelrecht an Schweizer Großseen
An mehreren großen Schweizer Seen (u. a. Zürichsee, Thunersee, Brienzersee, Vierwaldstättersee) gilt nach kantonalem Recht ein patentfreies Freiangelrecht. Es erlaubt das Angeln vom Ufer mit einer einzelnen Rute, festem Schwimmer und natürlichen Ködern (ohne Köderfische) ohne Patentkauf.
Kantonale Fischereigesetze und Reglemente zum Freiangelrecht (z. B. Zürich, Bern, Luzern) · Fassung vom · Bundesgesetz über die Fischerei (BGF, SR 923.0) & VBGF (SR 923.01)
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Prüfung und Sachkunde
Sachkundenachweis SaNa (Schweiz)
In der Schweiz ist für den Erwerb von Fischereipatenten ab einer Laufzeit von einem Monat der Nachweis von Sachkunde (SaNa) obligatorisch. Er umfasst Kenntnisse zu Tierschutz, Fischbiologie und schonendem Fang und wird durch das Netzwerk Anglerausbildung abgenommen.
Tierschutzverordnung (TSchV) Art. 58 und Ausführungsbestimmungen SaNa · Fassung vom · Schweizer Tierschutzverordnung (TSchV, SR 455.1)
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Tierschutz am Wasser
Tierschutzbestimmungen Fischerei (Schweiz)
Die Schweizer Tierschutzverordnung (TSchV Art. 23) verbietet das Fischen mit Widerhaken an den meisten Fließgewässern sowie das Verwenden lebender Köderfische und das Hältern gefangener Fische in Setzkeschern ohne Ausnahmegenehmigung.
Tierschutzverordnung (TSchV, SR 455.1) Art. 23; Art. 98 VBGF · Fassung vom · Schweizer Tierschutzverordnung (TSchV, SR 455.1)
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Schonzeiten und Mindestmaße
Schonzeiten und Mindestmaße im DACH-Raum
Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster werden im DACH-Raum nicht einheitlich auf Bundesebene festgelegt, sondern durch die Fischereiverordnungen der 16 deutschen und 9 österreichischen Bundesländer sowie der 26 Schweizer Kantone (teils revierbezogen). Maßgeblich sind stets die tagesaktuellen Bestimmungen der amtlichen Rechtsdatenbanken und die Bedingungen des Erlaubnisscheins.
Rechtsdatenbanken RIS, Fedlex und Gesetzesportale der Länder · Fassung vom · Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) - Landesrecht