Wissenschaftliches Themendossier

Bestandsmanagement & Monitoring

Systematische Sammlung von 16 begutachteten Forschungsarbeiten und Metastudien aus internationalen Fachjournalen zum Schwerpunkt Bestandsmanagement & Monitoring.

Worum es in diesem Themenfeld geht

Bestandsmanagement ist der Versuch, aus unvollständigen Daten eine Entnahmemenge abzuleiten, die einen Fischbestand nicht überfordert. Für die Angelfischerei ist das mehr als eine Verwaltungsfrage: Schonzeiten, Mindestmaße, Entnahmefenster und Tageslimits sind seine sichtbaren Ergebnisse.

Der Bestand dieses Portals ist hier am dichtesten, weil Bestandsmanagement in fast jeder fischereiwissenschaftlichen Arbeit mitläuft. Die Sammlung deckt Erhebungsmethodik, Modellierung, Fangstatistik und die Rolle der Freizeitfischerei ab.

Was sie nicht leistet: Sie ersetzt keine Bestandsberatung für ein konkretes Gewässer. Die hier referierten Arbeiten stammen aus unterschiedlichen Regionen und Gewässertypen; ihre Übertragbarkeit steht jeweils im Abschnitt zu den Grenzen der Studie.

Im Portal dazu Schonzeiten und Mindestmaße im DACH-Raum

Behandelte Fischarten im Dossier

Enthaltene Forschungsarbeiten (16)

Reviews in Fish Biology and Fisheries 2026 Open Access

Forecasting size-at-maturity shifts under global warming: a case study on European hake, a widely distributed species

Nachón et al.

Die Modellstudie am Europäischen Seehecht (Merluccius merluccius) findet einen durchgängig negativen Zusammenhang zwischen Wassertemperatur und der Größe bei Eintritt der Geschlechtsreife. Unter den Klimaszenarien RCP 4.5 und RCP 8.5 könnte diese Größe bis 2100 um 4 bis 9 cm sinken.

Reviews in Fish Biology and Fisheries 2026 Open Access

Understanding recreational anglers’ perceptions of stock trend, status, and regime shifts in the western Baltic cod (Gadus morhua)

Arlidge et al.

Laut einer Online-Befragung sind sich deutsche Dorschangler des kritischen Zustands des Dorschs (Gadus morhua) der westlichen Ostsee sehr bewusst. 83,7 % sahen einen rückläufigen Bestand, 72,5 % nannten mindestens eine tiefgreifende, dauerhafte Veränderung in Fischerei oder Bestand.

Reviews in Fish Biology and Fisheries 2025 Open Access

Building climate-smart fisheries in Australia: insights from climate and ecosystem status reports

Brodie et al.

Die Arbeit stellt Klima- und Ökosystemberichte vor, die 2023–2024 an 10 australische Commonwealth-Fischereien gingen, und fasst 6 Lehren aus ihrer Entwicklung zusammen. Die Autoren sehen darin ein wichtiges Werkzeug für die Anpassung der Fischwirtschaft an sich rasch wandelnde Meere.

Reviews in Fish Biology and Fisheries 2025 Open Access

Contrasting tropical marine herbivorous fish catches between the Indo-Pacific and Western Atlantic

Lutzenkirchen et al.

Fangdaten aus 69 Ausschließlichen Wirtschaftszonen zeigen, dass Rifffläche und Bevölkerungsdichte an der Küste die Fänge pflanzenfressender Fische am besten vorhersagen. Der Unterschied zwischen Indopazifik und Westatlantik geht vor allem auf die Fänge von Kaninchenfischen zurück.

Reviews in Fish Biology and Fisheries 2025 Open Access

Coverage matters: identifying and mitigating sampling frame issues in recreational fishing surveys

Taylor et al.

Die Übersichtsarbeit zeigt an sechs Fallstudien, wie Lücken im Auswahlrahmen Erhebungen zur Freizeitfischerei verzerren können und wie sie sich erkennen und mindern lassen. Allgemeine Listen, vor allem Telefonverzeichnisse, halten die Autoren für besonders anfällig für Untererfassung.

Reviews in Fish Biology and Fisheries 2025 Open Access

Socio-economic impacts and responses of the fishing industry and fishery managers to changes in small pelagic fish distribution and abundance

Quezada-Escalona et al.

Die Übersicht vergleicht in 13 Fallstudien aus 11 Regionen und Ländern, wie Fischereiwirtschaft und Verwaltung auf Veränderungen bei kleinen pelagischen Fischen reagieren. Bei niedrigen Beständen gingen Absatzmärkte verloren; die Autoren sehen Bedarf an mehr Abstimmung und Zusammenarbeit.

Reviews in Fish Biology and Fisheries 2023 Open Access

Global responses to the COVID-19 pandemic by recreational anglers: considerations for developing more resilient and sustainable fisheries

Britton et al.

Die weltweite Datensynthese zum Freizeitangeln unter den COVID-19-Beschränkungen zeigt, dass das Interesse am Angeln, gemessen an angelbezogenen Internetsuchen, 2020 in allen Regionen deutlich zunahm. Lizenzverkäufe stiegen nur in einigen Staaten, und das hielt 2021 selten an.

Fish and Fisheries 2017 Open Access

Recreational sea fishing in Europe in a global context—Participation rates, fishing effort, expenditure, and implications for monitoring and assessment

Hyder et al.

Eine Synthese nationaler Erhebungen schätzt für Europa 8,7 Millionen Freizeitfischer am Meer und 5,9 Milliarden Euro Ausgaben im Jahr. In den untersuchten Beständen von Wolfsbarsch (Dicentrarchus labrax) und Dorsch (Gadus morhua) entfielen je 27 % der Entnahme auf die Freizeitfischerei.