Erstmalig erstellt: Zuletzt geändert: Redaktionelle Verantwortung: WSK
- Länge
- 63 km
- Wasserfläche
- 536 km²
- Größte Tiefe
- 254 m
- Seehöhe
- 395 m
Gewässer und Lebensraum
Unterteilt in Obersee und Untersee. Der Zufluss des Alpenrheins bringt Nährstoffe und Struktur. Wassertiefen bis 254 Meter bieten ideale Bedingungen für Salmoniden.
Typische Fischarten und Bestände
Seeforelle, Seesaibling, Felchen/Renken, Flussbarsch (Kretzer) und Hecht sind die Hauptfischarten.
Angelmethoden und Montagen
Schleppen mit Planerboards und Downrigger im Freiwasser; Zupfangeln mit der Hegene auf Felchen und Barsch.
Fischschutz und Schonbestimmungen
IBKF-Bestimmungen regeln Schonzeiten, Mindestmaße und Schleppangel-Bestimmungen im Drei-Länder-Eck.
Zugang, Befahren und Sperrbereiche
Der Bodensee ist über Uferpromenaden, Stege und Häfen breit zugänglich. Für Obersee und Untersee gelten unterschiedliche Bestimmungen; im Obersee greift die zwischenstaatliche Regelung der Internationalen Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei.
Vom Ufer ist die Fischerei in weiten Teilen ohne Patent möglich, wenn die Vorgaben zu Rutenzahl und Gerät eingehalten werden. Für die Fischerei vom Boot und in bestimmten Zonen sind Patente erforderlich, die das jeweilige Anrainerland ausgibt.
Naturschutzgebiete, insbesondere im Untersee und im Rheindelta, sind ganzjährig oder saisonal gesperrt.
Flussverlauf und Gewässercharakter
Der Bodensee ist nach dem Plattensee und Genfersee der drittgrößte See Mitteleuropas. Er wird vom Rhein durchflossen (Alpenrhein mündet im Osten, Hochrhein verlässt ihn im Westen) und besteht aus dem riesigen Obersee (tief, kalt, klares Pelagial) und dem viel flacheren Untersee (eutropher). Der See prägt ein marines Ausmaß: Ohne Uferstrukturen reicht die offene Wasserfläche bis zum Horizont. Gewaltige Tiefen von über 250 Metern prägen den Obersee, während die Halbinsel Reichenau oder die Buchten flache, krautreiche Zonen aufweisen.
Uferzugang, Parken und Gewässerstruktur
Das Ufer des Bodensees ist in weiten Teilen dicht besiedelt oder durch private Grundstücke und Naturschutzgebiete (z.B. Wollmatinger Ried) blockiert. Der Zugang für Uferangler ist daher oft auf öffentliche Häfen, Promenaden, ausgewiesene Strände oder Bacheinläufe beschränkt. Die Ufer fallen an manchen Stellen am Obersee (sogenannte 'Halde') nach wenigen Metern fast senkrecht auf 50 Meter und mehr ab.
Bootsregelung und Schleppfischerei
Der Bodensee ist ein klassisches Bootsrevier (Schleppfischen / Trolling). Für Boote mit Motor gelten strenge Zulassungs- und Abgasvorschriften (Bodenseezulassung). Wer vom Boot angelt, muss in allen Staaten klare Vorrangregeln für Berufsfischer (Netze) und Kursschiffe beachten. Schleppangeln ('Schleiken') auf Seeforelle und Hecht mit Hunden oder Rutenhunden ist die dominierende und erfolgreichste Methode, erfordert aber teures Equipment.
Gastkarten, Lizenzen und Preisrahmen
Der Bodensee ist rechtlich extrem komplex. Im Obersee (Hoher See) gibt es aufgrund des Kondominiums (gemeinsame Verwaltung durch D, A, CH) eine spezielle Regelung: Für bestimmte Zonen reicht eine 'Bodenseekarte'. Oft gibt es Uferkarten (die sehr günstig sind, ca. 20-30 Euro im Monat) und wesentlich teurere Bootskarten. Für den Untersee und den Überlinger See gelten wiederum komplett abweichende, landes- oder kantonsspezifische Fischereirechte. Eine umfassende Information am Urlaubsort ist zwingend erforderlich.
Pegel-, Strömungs- und Trübungskunde
Der Bodensee unterliegt keinen Gezeiten, aber massiven jahreszeitlichen Pegelschwankungen (Bodenseepegel). Im Sommer, wenn die Alpen abtauen, erreicht er seinen Höchststand. Im späten Winter fällt er um bis zu 2 Meter, was die Häfen teils austrocknen lässt. Das Wasser ist durch Milliarden an invasiven Quagga-Muscheln extrem klar (Sichttiefen oft über 10 Meter), was die Angelei am Tage (besonders auf Hecht) enorm erschwert (Vorfachscheu).
Saison- und Jahresverlauf am Gewässer
Frühjahr: Die Saison beginnt im Januar mit der eisigen Schleppangelei auf große Seeforellen (Silberbarren) im Freiwasser. Im Mai locken Erwärmungen in den Flachwasserbuchten Hechte und kapitale Schleien. Sommer: Renken (Felchen) stehen tief und werden vom treibenden Boot aus mit der Hegene gezupft (wobei die Bestände aktuell massiv eingebrochen sind). Kretzer (Barsche) rauben oberflächennah. Herbst: Die Hechte folgen den Futterfischschwärmen in die Tiefe (oft 20-30m) und können nur noch mit schweren Schleppsystemen oder pelagischem Angeln erreicht werden. Trüsh (Quappen) werden abends in den Häfen gefangen.
Lage und Kartenausschnitt
Geometrie und Kennung stammen aus der OpenStreetMap-Relation relation/1156846 (ODbL).
Aktuelle Bedingungen
Bodensee (DE, AT, CH)
Abgerufen noch nicht abgerufen
- Luftdruck
- keine Angabe 12-Stunden-Tendenz
- Wind
- keine Angabe Richtung und Beaufort
- Bewölkung
- keine Angabe Bedeckungsgrad
- Lufttemperatur
- keine Angabe gefühlt
- Mondphase
- Neumond 0 % beleuchtet
- Sonne
- keine Angabe Aufgang und Untergang
Luftdruck der letzten zwölf Stunden
Amtliche Pegel und Wasserstände
Wasserstand, Durchfluss und Wassertemperatur erheben die hydrographischen Dienste. Das Portal gibt keine eigenen Messwerte aus, sondern verweist auf die zuständige Stelle.
- Österreich
- eHYD, Hydrographischer Dienst
Fischarten im Bodensee
Diese Arten sind im Bodensee heimisch oder regelmäßig anzutreffen. Der Steckbrief nennt Biologie, Laichzeit und übliche Methoden.
- Seesaibling Salvelinus umbla Salmoniden
- Bachforelle Salmo trutta Salmoniden
- Hecht Esox lucius Hechte
- Flussbarsch Perca fluviatilis Barsche
- Karpfen Cyprinus carpio Karpfenartige
- Europäischer Aal Anguilla anguilla Aale
Erlaubnisscheine und Fischereirecht
Bodensee-Fischereikarte (Obersee / Untersee) über die Internationale Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF).
- Fischereirecht Baden-Württemberg Fischereigesetz für Baden-Württemberg (FischG BW)
- Fischereirecht Bayern Bayerisches Fischereigesetz (BayFiG)
- Fischereirecht Vorarlberg Vorarlberger Fischereigesetz
- Fischereirecht St. Gallen Gesetz ueber die Fischerei sowie den Schutz der im Wasser lebenden Tiere, sGS 854.1
- Fischereirecht Thurgau Gesetz über die Fischerei Thurgau (FiG TG)
OpenStreetMap-Attribute
| Attribut | Wert |
|---|---|
| osm_id | relation/1156846 |
| natural | water |
| water | lake |
| name | Bodensee |
| name:de | Bodensee |
| wikipedia | de:Bodensee |
| wikidata | Q4127 |
| bbox | 8.8587, 47.4781, 9.7538, 47.8175 |
Häufige Fragen zu Bodensee
Brauche ich für am Bodensee einen Erlaubnisschein?
Ja. Der staatliche Fischereischein oder die kantonale Berechtigung allein genügt nicht; hinzu kommt immer die Erlaubnis des Fischereiberechtigten für den konkreten Abschnitt. Wer ausgibt und zu welchen Bedingungen, richtet sich nach dem Rechtsraum – die Übersicht dazu steht auf der jeweiligen Rechtsseite.
Kann man am Bodensee vom Ufer aus befischen?
Teilweise. Welche Uferabschnitte zugänglich und welche gesperrt oder privat sind, steht im Abschnitt zu Zugang und Befahren. Für die tieferen Bereiche ist in der Regel ein Boot nötig.
Welche Schonzeiten und Mindestmaße gelten am Bodensee?
Sie werden nicht vom Gewässer, sondern vom Rechtsraum gesetzt, in dem der jeweilige Abschnitt liegt – ergänzt um die Vorgaben im Erlaubnisschein des Bewirtschafters, die strenger sein können. Der Erfassungsstand des Portals steht unter Schonzeiten und Mindestmaße.
Wann ist die beste Zeit am Bodensee?
Das hängt an der Zielart. Die Artprofile führen den Jahresverlauf je Fisch; die Bedingungen am Gewässer – Luftdruck, Wind, Bewölkung und Mondphase – stehen gemessen und ohne Deutung im Abschnitt zu den Bedingungen auf dieser Seite.
Quellen und Evidenz
2 Einträge- Offene Geodaten Abruf: 24.8.2026
OpenStreetMap Relation Bodensee (1156846)
- Amtliche Primärquelle Abruf: 10.9.2026
Rechtliche Grundlagen der Bodenseefischerei
